Kommentar
Kein kategorisches Nein zu Stans West

Dass nun neun von elf Gemeinden und knapp 53 Prozent Nein zu Stans West gesagt haben, ist zwar vordergründig ein deutliches Resultat. Es ist aber nicht einfach als grundsätzliche Ablehnung der Strasse zu verstehen.

Philipp Unterschütz
Philipp Unterschütz
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Die Entlastungsstrasse wird nicht gebaut.

Die Entlastungsstrasse wird nicht gebaut.

Bild: Florian Pfister (Stans, 4. Oktober 2022)

Die einen nannten Stans West eine Umfahrungsstrasse, andere benutzten den Begriff Entlastungsstrasse. Im Abstimmungskampf blieben viele Fragen offen. Dass nun neun von elf Gemeinden und knapp 53 Prozent Nein zu Stans West gesagt haben, ist zwar vordergründig ein deutliches Resultat. Es ist aber nicht einfach als grundsätzliche Ablehnung der Strasse zu verstehen.

Unterschiedliche Argumente führten in der Summe zum Nein. Einigen war das Projekt einfach zu teuer und am falschen Ort. Andere wollten keine Katze im Sack kaufen. Vor einer Zustimmung wollen sie wissen, welche Massnahmen dem Dorf Stans auch wirklich Entlastung bringen und welches Preisschild daran haften wird. Auch bei den Fragen um den nötigen Strassenabtausch möchten sie zuerst Klarheit. Wieder andere wollen nochmals einen Variantenvergleich.

Regierung und die Landratsmehrheit wollten dies erst in einem zweiten Schritt klären. Der Souverän will es anders und gibt mit seinem Entscheid Hausaufgaben. Der von Baudirektorin Rotzer angekündigte runde Tisch ist das richtige Mittel, um diese zu lösen und angesichts der Verkehrsprobleme zügig ein neues Projekt anzugehen. Die Verzögerung muss so kurz wie möglich gehalten werden. Danken würde man es wohl auch in der Gemeinde Ennetmoos, die von einer schnellen Verbindung zur Autobahn am meisten profitiert hätte und als einzige wirklich deutlich Ja gesagt hat.