Kolumne
Lü: Farbe angepasst

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne «Lü» über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger

Silvan Lüchinger

Bild: Coralie Wenger

«Zigi jedoch lässt die Provokation nicht auf sich sitzen und tritt Pusic mit voller Wucht in die Hinterbeine» – danach humpelt Pusic auf den Vorderbeinen davon.

In den allermeisten Gemeinden sind Elterntaxis verpönt. Zum einen, weil wegen ihnen vor den Schulhäusern oft gefährliche Situationen entstehen. Zum andern, weil sie den Kindern das Erlebnis Schulweg vorenthalten. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Weil es sich manche Dornacher Eltern partout nicht nehmen lassen, ihre Sprösslinge mit dem Auto in die Schule zu bringen, wurde für sie jetzt ein spezieller Parkplatz eingerichtet. Alle anderen Dornacher wissen jetzt: Auf Wunsch wird Zucker in den Arsch geblasen.

«Regentropfen statt Jazzklängen» – Nebelschwaden statt Sonnenscheinen.

«Wer allein unterwegs ist, informiert eine Drittperson» – vor allem, wenn die Zweitperson in den Ferien ist.

Manchmal kommt man nicht umhin, sich neuen Gegebenheiten anzupassen und von lieb gewordenen Traditionen Abschied zu nehmen. Darum hat der FC St.Gallen entschieden, von der angestammten Tricotfarbe Grün auf Rot zu wechseln. Weil das ganz einfach besser zu den Karten passt, die man in nahezu jedem Spiel einfängt.

«Der trinkanimierende Abgang macht Lust auf mehr» – so macht man Alkis.

In Deutschland sind sie angeblich schon gang und gäbe. Jetzt befürchten Förster, dass auch in der Schweiz die Holzdiebstähle zunehmen werden. All jenen, die mit Motorsäge und Spalthammer nicht umgehen können, und ihr Brennholz darum klauen, sei gesagt: Auch wer die Bretter vor dem Kopf wegreisst, bekommt warm.

Jetzt hat der Wolf auch im Kanton St.Gallen ein Rind gerissen. Bergbauern, die SVP und andere mehr sind sich einig: So kann es nicht weitergehen; der Wolfsbestand muss reguliert werden. Das hat etwas für sich. Aber: Jedes Jahr stürzen in den Bergen Dutzende Rinder und Schafe ab. Weit mehr, als der Wolf holt. Darum auch hier: So kann es nicht weitergehen. Die Grate, Geröllhalden und steilen Wiesen müssen reguliert werden. Wie es bereits während der Zürcher Jugendunruhen in den 80-er Jahren gefordert wurde: nieder mit den Alpen. Damit man den Wolf kommen sieht.