Zum drittenmal im Plus

Die Rechnung der Gemeinde Herisau schliesst 2015 um 2,1 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Hauptursachen sind höhere Steuereinnahmen sowie tiefere Ausgaben.

Karin Erni
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Die Aussenrenovation des Gemeindehauses war eine der grossen Investitionen der Gemeinde Herisau im Jahr 2015. (Bild: Jesko Calderara)

Die Aussenrenovation des Gemeindehauses war eine der grossen Investitionen der Gemeinde Herisau im Jahr 2015. (Bild: Jesko Calderara)

HERISAU. Gemeindepräsident Renzo Andreani konnte gestern gute Neuigkeiten in Bezug auf die Rechnung 2015 verkünden. Budgetiert hatte die Gemeinde ein Defizit von 0,6 Millionen Franken, herausgekommen ist ein Plus von 1,5 Millionen. Dies bei Ausgaben in der Höhe von 91 Millionen Franken. Damit schreibt Herisau zum drittenmal hintereinander positive Zahlen. Letztes Jahr betrug der Überschuss 1,2 Millionen, 2013 waren es gar 4,4 Millionen gewesen. Gemäss Andreani rechnet die Gemeinde künftig wieder mit geringeren Steuererträgen und will daher weiterhin vorsichtig budgetieren.

Mehr Einnahmen erhalten

Ein Teil des besseren Abschlusses der Gemeinde Herisau ist auf die Steuern der juristischen Personen zurückzuführen, die um 0,7 Millionen zugenommen haben. Auch bei den Separatsteuern wie Handänderungs- und Erbschaftssteuern gingen 0,7 Millionen Franken mehr ein als budgetiert. Der Steuerertrag je Einwohner, der ohne Separatsteuern bemessen wird, stieg 2015 von 3038 auf 3176 Franken.

Weniger Ausgaben getätigt

Um 0,3 Millionen besser als erwartet hat die Gemeinde Herisau beim öffentlichen Verkehr abgeschnitten. Hier waren Frequenzsteigerungen von sechs Prozent zu verzeichnen, während im Gegenzug durch die tieferen Dieselpreise Kosten eingespart werden konnten. Bei den Pflegefinanzierungen mussten im Jahr 2015 0,5 Millionen Franken weniger ausgegeben werden. Diese Werte könnten jedoch von der Gemeinde nicht beeinflusst werden, sagt Renzo Andreani. «Die Pflegekosten sind volatil. Je nachdem, in welchen Pflegestufen sich unsere Altersheimbewohner gerade befinden, kann sich das relativ schnell wieder ändern.»

Etwas weniger schlecht als bei der letzten Hochrechnung erwartet, aber dennoch knapp 0,8 Millionen Franken höher als budgetiert, fielen die Ausgaben für die Sozialhilfe aus. Diese seien auf gestiegene Unterstützungsbeiträge an einkommensschwache Einwohnerinnen und Einwohner, höhere Fallzahlen und strukturell bedingte Mehrausgaben pro Fall zurückzuführen, sagt Andreani. Zudem seien deutlich weniger Eingänge von Sozialversicherungen wie der IV zu verzeichnen gewesen.

Viele Investitionen

Bei den Investitionen stehen den Ausgaben von 10,6 Millionen Franken Einnahmen von 2,1 Millionen Franken gegenüber. Wichtige Projekte waren unter anderem die Aussenrenovation des Gemeindehauses, die Sanierungen des Schulhauses Müli, des Alten Zeughauses, der Rüti- und der Kreuzstrasse sowie der Bau der neuen Reinigungsstufe in der ARA Bachwis. Die Nettoverschuldung stieg 2015 um gut eine halbe Million auf 50,4 Millionen Franken. Wegen des Bevölkerungswachstums um 219 Personen sank jedoch die Pro-Kopf-Verschuldung um wenige Franken auf 3186 Franken.

Der Einwohnerrat wird die Rechnung 2015 an seiner Sitzung vom 18. Mai in abschliessender Kompetenz behandeln.