Zukunftsgestaltung trotz Schülerrückgang

WATTWIL. «Die Kehrtwende ist noch nicht eingetreten», sagte Schulratspräsident Norbert Stieger. Rückläufige Schülerzahlen stellen vor allem die Aussenschulen vor grosse Herausforderungen.

Hansruedi Kugler
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WATTWIL. «Die Kehrtwende ist noch nicht eingetreten», sagte Schulratspräsident Norbert Stieger. Rückläufige Schülerzahlen stellen vor allem die Aussenschulen vor grosse Herausforderungen. Dank dem Mehrklassensystem mit altersdurchmischtem Lernen (AdL) können die Aussenschulen Ricken, Schönenberg und Schmidberg weiterhin aufrechterhalten bleiben. «Mit dem altersdurchmischten Lernen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht», sagt Norbert Stieger. Eine umfassende Evaluation stehe kurz vor dem Abschluss.

Allerdings: Falls die Geburtenzahl im Schmidberg weiterhin bloss bei zwei Kindern pro Jahr liege, sei die Schule in zwei Jahren «massiv gefährdet», räumte Norbert Stieger ein. Der Rückgang der Schülerzahlen habe zudem zur Folge, dass im Schuljahr 2014/15 zwei Oberstufenklassen weniger geführt werden. Das habe aber auch mit der hohen Quote bei den Übertritten von der 2. Sekundarschule in die Kanti zu tun.

Erfolgreiche Migranten

Norbert Stiegers Auftritt an der Vorversammlung war aber nur teilweise geprägt von den demographischen Herausforderungen bei den Aussenschulen und der Klassenbildung. Er plädierte für ein gemeinsames Auftreten für die Kanti Wattwil: «Ohne Kanti gäbe es keinen erstklassigen Volleyballclub in Wattwil, und das hiesige Musikangebot wäre deutlich geringer», fasste er die gesellschaftliche Bedeutung der Kanti zusammen. Diese sei nicht nur wegen der gemeinsamen Nutzung der Rietstein-Turnhalle wichtig, sondern als attraktives Objekt mit Ausstrahlung. In diesem Zusammenhang erwähnte er eine bemerkenswerte Zahl: Rund 25 Prozent der Wattwiler Oberstufenschüler schaffen den Übertritt in die Kantonsschule, was deutlich höher sei als der kantonale Durchschnitt (14 Prozent). Und nochmals bemerkenswert: Gut die Hälfte der in die Kanti übertretenden Wattwiler haben Migrationshintergrund.

Talente vermehrt gefördert

Besonders hob Norbert Stieger die neu geschaffene Talentschule hervor. Im Wahlfach-Bereich arbeiten die Oberstufen des Neckertals, Wattwil, Ebnat-Kappel sowie Bütschwil, Ganterschwil und Lütisburg zusammen. Diese Talentförderung wird ab kommendem Schuljahr die Schulgemeinden übergreifend dezentral angeboten, benötigt keine nennenswerten zusätzlichen Ressourcen und hat zum Ziel, den Schülern in der Region dieselben Möglichkeiten zu bieten, wie sie sie in grösseren Städten des Kantons heute schon vorfinden.