Zuckerstock und Zwieback

LICHTENSTEIG. Am 1. Februar 1871, morgens gegen drei Uhr, wurde der rettende Vertrag unterzeichnet: Die Armee des französischen Generals Charles Denis Sauter Bourbaki, von den deutschen Truppen im Krieg von 1870/71 bei Pontarlier eingekesselt, erhielt in der Schweiz militärisches Asyl.

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LICHTENSTEIG. Am 1. Februar 1871, morgens gegen drei Uhr, wurde der rettende Vertrag unterzeichnet: Die Armee des französischen Generals Charles Denis Sauter Bourbaki, von den deutschen Truppen im Krieg von 1870/71 bei Pontarlier eingekesselt, erhielt in der Schweiz militärisches Asyl. In jenen Tagen überschritten 87 000 französische Soldaten mit 12 000 Pferden die schweizerisch-französische Grenze, gaben Waffen, Munition und Material ab und wurden als Internierte auf die ganze Schweiz verteilt; allein 700 nach Neu St. Johann. Aus dieser Zeit ist dem Toggenburger Museum in Lichtensteig ein Zwieback, die (Not-)Ration eines Soldaten, erhalten. Nicht ganz so alt ist indessen der Zuckerstock, der vor rund 90 Jahren – «Kluger Rat, Notvorrat» – in einem Estrich eingelagert und dann vergessen wurde. Die beiden Exponate bilden zwei Marksteine einer öffentlichen Führung durch die Sammlung des Toggenburger Museums Lichtensteig. Museumsführer Serge Hediger wird die Besucherinnen und Besucher auf ihrem Gang durch die elf Räume auf zwei Stockwerken begleiten und gemeinsam mit ihnen manch geschichtliche Besonderheit entdecken. (pd)

Sonntag, 12. Juni, 14 Uhr, Toggenburger Museum Lichtensteig