ZIVILSCHUTZ: Chrampfen für die Allgemeinheit

Diese Woche hat der Ausserrhoder Zivilschutz im Hinterland sechs Aufträge für die Gemeinschaft erledigt. 50 Schutzdienstleistende beseitigten die Folgen eines Steinschlags und Hangrutsches und sanierten Wege und Brücken.

Drucken
Schutzdienstpflichtige befestigen Tritte im Stösselbach Herisau. (Bilder: ZSO AR)

Schutzdienstpflichtige befestigen Tritte im Stösselbach Herisau. (Bilder: ZSO AR)

AUSSERRHODEN. Bereits um 7 Uhr morgens ist bei der Bereitstellungsanlage BSA Tobelacker in Herisau Appell. Die Zivilschützer der Kompanie I werden in ihre Gruppen eingeteilt. Die Fahrzeuge mit den Material- und Werkzeuganhängern stehen schon bereit. Nach einer kurzen Instruktion fahren die Männer in orange mit den geländetauglichen Fahrzeugen in alle Richtungen los.

Hoch hinauf, tief hinab

Bis hoch zum Chräzerlipass – dort muss ein Wanderweg saniert werden – verschlägt es die einen. Die anderen fahren in Herisau Richtung Saum und nehmen dort im «Ufem Tobel» oder am «Stösselbach» ihre Arbeiten in Angriff. Weil das Wetter in der ersten Wochenhälfte trocken ist, wird früh begonnen und am Abend länger gearbeitet. Entsprechend sind die Fortschritte bei den einzelnen Baustellen. Kommandant Beni Geel ist zufrieden: «Es wird mit Motivation und Engagement gearbeitet.»

Wege und Brücken sanieren

Wem kommen die Arbeiten zu Gute? Beim Stösselbach, nahe Saum Herisau, wird ein Wanderweg in steilem Gelände saniert und mit frischen Absturzsicherungen und Stufen versehen. Ganz in der Nähe, «Ufem Tobel», versperren ein Felssturz und Hangrutsch die Zufahrt zu Gebäuden der St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK). Die Zivilschützer räumen mit Baggereinsatz die Strasse professionell frei. Etwas weiter weg in Urnäsch – Gebiete Steinenmoos und Sonnenflueh – werden drei marode Fussgängerbrücken abgebrochen und komplett neu aufgebaut. Dazu wird eine Forstseilbahn zu Hilfe genommen, und mit motorisierten Seilzügen rückt man Holzstämme und Stahlträger in Position.

Noch weiter oben in Richtung Alpstein wird im Spätherbst Kies für die Sanierung des Wanderweges Chräzerlipass geliefert werden. Die Dienstleistenden erstellen bereits jetzt Lagerstätten, in welchen dieses Kies dann im steilen Hang gesichert wird. Die Zeit reicht aus, um mit neuen Tritten den Weg zu befestigen, damit die Wanderer in der kommenden Saison sicher passieren können.

Alle Zahlen erfassen

Im Hintergrund wird für die ganze Kompanie gekocht, und Transportaufträge werden getätigt. Damit der Kanton und die gesuchstellenden Gemeinden wissen, wofür all die Mannstunden eingesetzt werden, erfassen Stabsassistenten im Kommandoraum der BSA sämtliche Zahlen zu den Aufträgen auf Listen und Karten.

Fit für den Ernstfall

Welchen Mehrwert bieten solche Einsätze zum eigentlichen Leistungsauftrag, zum Beispiel für die Katastrophenhilfe? Kommandant Geel: «Wir arbeiten im unwegsamen Gelände an unseren Geräten. Dabei setzen wir auch Maschinen ein, welche in der Grundausbildung nicht geschult werden. Damit halten wir uns fit für den Ernstfall. Bei unseren Arbeiten zu Gunsten der Gemeinschaft werden der Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen in der Gruppe gestärkt. Das sind Eigenschaften, welche in einem Katastrophenfall unabdingbar sind. (pd)

Im Steinenmoos, Urnäsch, wird eine sichere Fussgängerbrücke erstellt.

Im Steinenmoos, Urnäsch, wird eine sichere Fussgängerbrücke erstellt.