Wolfhalden
Riesiges Engagement für die Öffentlichkeit: Werner Willi zum Gedenken

Am 12. März verstarb in Wolfhalden Werner Willi. In verschiedensten Bereichen setzte er sich voller Tatendrang und Schaffenskraft für die Öffentlichkeit ein, und unter anderem bekleidete er die Ämter Vizehauptmann und Kantonsrat.

Peter Eggenberger
Drucken
Werner Willi, Wolfhalden (12.5.1945 bis 12.3.2022).

Werner Willi, Wolfhalden (12.5.1945 bis 12.3.2022).

Bild: Peter Eggenberger

Am 12. Mai 1945 in Gais geboren, absolvierte Werner Willi in seinem Jugenddorf eine Ausbildung als Sanitärinstallateur in der Firma Elektro Sanitär AG. Die Firma war mit einem Zweigbetrieb auch in Wolfhalden vertreten, dessen Leitung Werner Willi in den späten 1960er-Jahren übernahm. Trotz verschiedenster Änderungen hielt er dem heute zum Alpiq-Konzern gehörenden Unternehmen über 50 Jahre lang die Treue. Qualitativ hochstehende Sanitär- und Spenglerarbeiten in und an verschiedensten Gebäuden in der ganzen Region tragen die unverkennbare Handschrift von Werner Willi und seinem Team, das sich immer auch der Lehrlingsausbildung verpflichtet fühlte. Als unermüdlicher Schaffer präsidierte er von 1988 bis 2021 den appenzellischen Gebäudetechnikverband und wirkte ab 1998 überdies im Stiftungsrat des Ausbildungszentrums für die Gebäudetechnikberufe in der Ostschweiz mit, wo ihm die Förderung des beruflichen Nachwuchses besonders am Herzen lag.

Vizehauptmann, Schulpräsident und Kantonsrat

1978 wurde Werner Willi in den Gemeinderat gewählt, wo ihm das arbeitsintensive Ressort Schule anvertraut wurde. In seine Amtszeit fielen die Planung und der Bau des neuen Oberstufenschulhauses, und auch die enge Zusammenarbeit mit Grub im Bereich der Sekundarstufe war ihm wichtig. 1987 erfolgte die Wahl zum Vizehauptmann, und 1990 wurde er zudem in den Kantonsrat delegiert.

Förderer der Musik

Mit Herzblut stellte er seine karge Freizeit in den Dienst der Blasmusik. Als Posaunist gehörte er der Musikgesellschaft Wolfhalden an, die er ab 1969 präsidierte. Später erfolgte die Wahl an die Spitze des Appenzeller Blasmusikverbandes, der seine Verdienste mit der Ehrenmitgliedschaft und dem Ehrenpräsidium würdigte. 1998 wurde er in das Zentralkomitee des Schweizer Blasmusikverbandes berufen, wo er 2008 mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet wurde.

Markante Häuser restauriert

Am Kirchplatz von Wolfhalden restaurierte er die beiden Häuser neben dem Restaurant Adler und leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Dorfverschönerung. Mit dem Übertritt ins Pensionsalter unterzog er das schon früher erworbene Haus Restaurant Bierquelle, Heiden, einer Totalsanierung. 2017 übernahm er auch dessen Führung, wobei ihm Gattin Maria Lucia Willi tatkräftig zur Seite stand. Als an sieben Tagen offene Wirtschaft etablierte sich das Haus innert kürzester Zeit zum beliebten regionalen Treffpunkt, und in der heimeligen Gaststube kam Werners kommunikative Seite voll zum Tragen.

Engadin und Gäbris

Jahrelang nahm Werner erfolgreich am Langlauf-Grossanlass «Engadiner» teil, zumal das Bündner Hochtal zu seinen Lieblingsregionen gehörte. Fast heilig war ihm die sonntägliche Wanderung auf den Gäbris im heimatlichen Gais, wo er bei Familie Bodenmann im «Unteren Gäbris» regelmässig auf Altbekannte traf und in Erinnerungen schwelgte. Nach einem Unwohlsein am 12. März stand sein Herz völlig unerwartet still. Seine vielfältigen Spuren aber haben Bestand, und als verdiente Persönlichkeit bleibt Werner Willi unvergessen. (Die Abschiedsfeier findet an seinem Geburtstag, dem 12. Mai, 14 Uhr, in der Kirche von Wolfhalden statt.)