Wo «bisherig» draufsteht, ist «künftig» drin

Gestern endete für 67 Toggenburger Kantonsratskandidaten ein engagiert geführter Wahlkampf. Plakate, Leserbriefe, Standaktionen – hinter uns liegt der wohl leidenschaftlichste Wahlkampf seit längerer Zeit.

Serge Hediger
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Gestern endete für 67 Toggenburger Kantonsratskandidaten ein engagiert geführter Wahlkampf. Plakate, Leserbriefe, Standaktionen – hinter uns liegt der wohl leidenschaftlichste Wahlkampf seit längerer Zeit.

Auffallend war, dass sich auch die Kandidierenden auf den hinteren Listenfeldern ins Zeug gelegt haben. Gab man sich bei früheren Wahlen ab Listenplatz 5 gerne mit dem Titel eines blossen Platzhalters zufrieden, so kämpfte man diesmal um jede Stimme.

Das lohnt sich: Über die Hälfte aller Kandidaten, die als Bisherige angetreten sind, waren während der letzten vier Jahre für einen zurückgetretenen Kantonsrat nachgerutscht, beispielsweise Kilian Looser (FDP) oder Ivan Louis (SVP), die beide 2012 noch vom achten Platz aus gestartet waren.

Auch wenn mit Pius Bürge nun ein Bisheriger dem regional bekannteren Mathias Müller (beide CVP) unterlegen ist: Wo im Toggenburg «bisherig» draufsteht, ist auch «zukünftig» drin.

Damit lässt sich der schwer verständliche Sitzverlust der FDP, die den einzigen Rücktritt zum Ende der Amtsperiode zu bewältigen hatte, am ehesten erklären.

Der Sitzgewinn von SP und Grünen dagegen ist klar herleitbar. Die Durchsetzungs-Initiative hat auch jene ihrer Wähler mobilisiert, die 2012 noch daheim geblieben waren. Und dank der gemeinsamen Liste ging beim Wähleranteil diesmal auch kein einziges Prozent verloren. So ist denn das zweite Mandat auch ein Sieg der strategischen Effizienz.

@toggenburgmedien.ch