Wirtschaft
Präzisierungen und neue Zuständigkeiten: Innerrhoden passt Tourismuspolitik an

Die Innerrhoder Tourismuspolitik hatte politische und öffentliche Diskussionen ausgelöst. Einige dieser Punkte hat die Standeskommission nun im Strategiepapier aufgenommen.

Selina Schmid
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Innerrhoden will einen hochstehenden Tourismus fördern und hat seine Strategie angepasst.

Innerrhoden will einen hochstehenden Tourismus fördern und hat seine Strategie angepasst.

Bild: Raphael Rohner

Die Innerrhoder Standeskommission hat ihre Tourismuspolitik angepasst. Das Strategiepapier hatte seit der Veröffentlichung im Januar in der Bevölkerung, bei Verbänden und im Grossen Rat zu Diskussionen geführt. Ein Teil der Diskussionspunkte ist nun aufgenommen worden. Markus Walt, der Leiter des Innerrhoder Amt für Wirtschaft, sagt auf Anfrage, dass die Standeskommission keine grundlegenden Änderungen vorgenommen habe. Es handle sich eher um Präzisierungen, so Walt.

Markus Walt, Leiter des Amtes für Wirtschaft

Markus Walt, Leiter des Amtes für Wirtschaft

Bild: Sandra Ardizzone

So hält die Standeskommission in der Vision des Kantons nun ausdrücklich fest, dass die Standeskommission eine nachhaltige Tourismusentwicklung anstrebt. Walt sagt, dass Nachhaltigkeit bereits zuvor in den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten berücksichtigt worden sei. Auf eine Anregung aus der Märzsession des Grossen Rates werde sie nun an prominenter Stelle erwähnt.

Fachkräftemangel abgegrenzt

Durch eine Rückmeldung aus den Verbänden betont die Standeskommission auch neu, dass ein hochwertiger Tourismus angestrebt wird. Auch wurde das Thema des Fachkräftemangels, welches laut Walt den Kanton über den Tourismus hinaus bewegt, deutlicher abgegrenzt.

Auch die Massnahmen zur Dorfkernentwicklung sind neu in der Verantwortung des Bau- und Umweltdepartements anstatt des Justiz-, Polizei- und Militärdepartements, weil dort bereits ähnliche Projekte laufen, so Walt. Die allgemeine Aufwertung des Dorfkerns wurde um die Elemente attraktive Fusswege, Velowege und Veloparkplätze ergänzt.

Unverändert geblieben sind die Zahlen zur wirtschaftliche Relevanz des Tourismus. Es war kritisiert worden, dass diese übertrieben worden sei, beispielsweise indem auch Pendlerinnen und Pendler als Touristen gezählt worden waren. Markus Walt betont, dass die externe Beratungsfirma seriös und auf wissenschaftlicher Basis gearbeitet habe und dadurch die Zahlen mit anderen Kantonen vergleichbar sind. Die Pendlerströme habe man von der Analyse ausgeklammert.

Wirtschaftliche Relevanz ist gleich geblieben

Die Tourismusstrategie enthält viele Prüfungsmassnahmen, bei welchen erst geklärt werden soll, ob sich ein Projekt lohnen würde und welche Auswirkungen zu erwarten wären. Beispiele sind der Bau einer Parkgarage oder eines Veranstaltungshauses im Zentrum. Darunter fällt auch, ob eine einzelbetriebliche Unterstützung von Investitionen in die Hotellerie künftig erfolgen könne. Auf Anregung der Verbände habe man diese Massnahme um die Gastronomie ergänzt, so Walt.

Er sagt, dass der Kanton die Förderungen wohl enger definieren müsste, wenn tatsächlich einzelne Betriebe gefördert werden sollten. Damit Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, müsste der Kanton klare Sicherheiten schaffen, so Walt.

Die Standeskommission hat die Tourismuspolitik am 20. Juni genehmigt. Erste Massnahmen der Umsetzung laufen bereits. Die Projektkosten werden im ordentlichen Budget abgebildet. Die ganze Tourismuspolitik findet sich auf der Webeite des Kantons unter ai.ch/tourismuspolitik.