WILDHAUS: Bewerbungen aus ganz Europa

Das Echo auf den Architekturwettbewerb für den Ersatzneubau des Primarschulhauses in Wildhaus war überwältigend: 128 Büros haben sich für den Bau beworben. Zehn davon wurden ausgewählt, sie erarbeiten bis im Herbst ein Projekt.

Sabine Schmid
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WILDHAUS. Herzog & de Meuron mit den Bauten auf dem Chäserrugg, Peter Zumthor mit der ersten Idee des Klanghauses – grosse Namen in der Architekturszene. Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, kann sich vorstellen, dass dies mit ein Grund sein könnte, warum 128 Architekturbüros aus ganz Europa ihr Interesse am Bau des Primarschulhauses in Wildhaus angemeldet haben. Sich dort einzureihen, könnte für die Büros reizend sein, glaubt er.

Zehn Büros ausgewählt

Welche Architekten zum Zug kommen, ist noch nicht klar. «Wir stehen mitten im Architekturwettbewerb», erklärt Rolf Züllig. Ein Preisgericht, bestehend aus drei Architekten, dem Schulratspräsidenten Peter Abderhalden, dem Gemeindepräsidenten Rolf Züllig und dem Schulleiter Stefan Gubler, hat aus den Bewerbern acht Architekturbüros und zwei Jungbüros selektiert. «Wir haben uns an die Vorgaben gehalten, die in der Ausschreibung aufgeführt waren», sagt Rolf Züllig. Unter anderem wollten die Preisrichter Referenzen haben, zu denen Schulanlagen zählten. Bewusst hätten sie auch Jungbüros berücksichtigt, um diesen eine Chance zu bieten, einen grösseren öffentlichen Bau zu realisieren, erklärt Rolf Züllig.

Raumbedarf decken

Nun haben die Architekturbüros bis im November Zeit, um ein konkretes Projekt auszuarbeiten. «Wir haben sie eingeladen, die Verhältnisse vor Ort anzuschauen», sagt Rolf Züllig. Der Projektperimeter umfasst die Schulanlage im Lisighaus, ohne die Turnhalle und den Kindergarten. Das ehemalige Sekschulhaus wird bestehen bleiben, der Ersatzneubau soll anstelle des ehemaligen Lehrerhauses und des Provisoriums gebaut werden. Im Neubau sollen drei Klassenzimmer mit Gruppenräumen, zwei Werkräume, zwei Therapieräume sowie Toiletten und Nebenräume Platz finden. «Damit würden die Schulräume den heutigen Bedürfnissen einer Primarschule gerecht werden», sagt Rolf Züllig.

Toggenburger Architektur

In der Gestaltung sind die Architekten frei, das Preisgericht steckt ihnen aber einen Rahmen. «Wir suchen ein qualitativ hochstehendes Konzept, das sich in die bestehende Bebauung und Landschaft einfügt. Zudem soll die typische Architektur des Toggenburgs fortgeführt und weiterentwickelt werden», nennt Rolf Züllig zwei Kriterien. Dazu muss das Schulhaus allen funktionellen Ansprüchen genügen und auf die bestehenden Bauten Rücksicht nehmen.

Welches Projekt gewinnt und realisiert wird, ist offen. «Selbst das Preisgericht weiss nicht, welches Architekturbüro hinter dem Wettbewerbsbeitrag steckt, da die Arbeiten anonym eingereicht werden», sagt Rolf Züllig. Die Ideen aller Architekten werden im Rahmen einer Ausstellung der Bevölkerung gezeigt werden. Die Bürger werden schliesslich das letzte Wort haben, wenn sie den Baukredit erteilen.

Bei der Schulanlage Lisighaus sollen das Provisorium (rechts) und das ehemalige Lehrerhaus (Mitte) ersetzt werden. (Bild: Sabine Schmid)

Bei der Schulanlage Lisighaus sollen das Provisorium (rechts) und das ehemalige Lehrerhaus (Mitte) ersetzt werden. (Bild: Sabine Schmid)