Wegen Corona-Einbussen: Ausserrhoder Gewerbeverband startet Werbekampagne

In vielen Restaurants, Läden und sonstigen Gewerbebetrieben bleiben die Kunden während der Pandemie aus. Eine Marketingoffensive soll helfen, Vertrauen zu schaffen und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Jesko Calderara
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Die Gastronomie leidet stark an den Folgen der Coronakrise.

Die Gastronomie leidet stark an den Folgen der Coronakrise.

Bild: Dominik Wunderli

Anders als in Vorarlberg, wo es einen zweiten Lockdown gibt, sind in Appenzell Ausserrhoden zurzeit alle Restaurants und Cafés geöffnet. Auch Einkäufe in lokalen Fachgeschäften sind während der Coronakrise möglich. Das Problem: Die Verunsicherung rund um die Pandemie führt bei den Konsumenten zu einer grossen Zurückhaltung. Diese spürt das einheimische Gewerbe unmittelbar. So sind die Kundenfrequenzen trotz strikt eingehaltener Schutzkonzepte stark rückläufig - nicht nur in der Gastronomie, sondern auch in der Freizeitbranche, im Detailhandel und sogar im Handwerk.

Statt die schwierige Situation zu beklagen, tritt der Gewerbeverband Appenzell Ausserrhoden (GVAR) die Flucht nach vorne an. Er startet heute eine Werbekampagne. Sie steht unter dem Motto «Das Bewährte bleibt, kommen Sie zu uns!» und richtet sich gleichzeitig an die Bevölkerung und die Unternehmer. Damit sollen primär zwei Ziele erreicht werden. Bruno Eisenhut, Geschäftsführer des Gewerbeverbands AR, sagt:

«Wir wollen einerseits aufzeigen, dass bei Einhaltung der gültigen Vorschriften das Angebot des Ausserrhoder Gewerbebetriebe problemlos in Anspruch genommen werden kann.»

So heisst es in der Kampagne unter anderem: «Wir halten Abstand, ziehen Masken an und sind wie üblich für unsere Kunden da!»

Anstoss kam von der Basis aus

Dem Vorstand des GVAR geht es anderseits auch darum, dazu beizutragen, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Erreicht werden soll dies mit der strikten Einhaltung und Umsetzung der aktuell definierten Massnahmen in allen Betrieben. Es gehe nicht darum, diese in Frage zu stellen, sagt Eisenhut. Vielmehr ist die Kampagne auch an die Gewerblerinnen und Gewerbler gerichtet, um sie in ihrem Bestreben zu unterstützen und zu motivieren.

Den Anstoss zur am Montag startenden Marketingoffensive gab die gewerbliche Basis. Auslöser waren die eingangs erwähnten Erfahrungen mit der ausbleibenden Kundschaft und die Tatsache, dass das öffentliche Leben stark eingeschränkt wurde. Die Trägerschaft der Kampagne liegt beim Ausserrhoder Gewerbeverband. Er kommt für die Kosten auf. Mit an Bord ist auch das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Einheimische Gewerbler als Kopf der Kampagne

Sofern sich die epidemische Lage nicht grundlegend ändert, dauert die Aktion drei Wochen. Geplant sind unter anderem Inserate in der Tagespresse, ein Mailing an die Mitglieder des GVAR und ein entsprechender Auftritt in den sozialen Medien. Fünf einheimische Berufsleute aus verschiedenen Branchen prägen die Werbekampagne. Sie alle sind im einheimischen Gewerbe tätig und sehen sich tagtäglich mit den Herausforderungen der aktuellen Coronasituation konfrontiert. Unterstützend nehmen auch Volkswirtschaftsdirektor Dölf Biasotto und Gewerbepräsident René Rohner ihre Aufgabe wahr und verleihen der gesamten Kampagne mit kurzen Quotes zusätzliches Gewicht.

Das Ausserrhoder Gewerbe wolle den Blick nach vorne richten und positive Stimmung verbreiten, sagt Bruno Eisenhut. Dies soll helfen, bei den Konsumenten Vertrauen zu schaffen und das Bewusstsein für das Thema zu fördern.