Wechsel in der Kleinkunstszene

MOGELSBERG. Nach 15 Jahren Programmgestaltung tritt beim Kleinkunstveranstalter Kultur in Mogelsberg (KiM) mit Harry Eichholzer eine Koryphäe zurück. An seiner Stelle wirkt nun Elfie Wälly, die zurückgetretene Co-Programmiererin im Lichtensteiger Chössi-Theater.

Michael Hug
Drucken
Der neue Vorstand der Kleinkunstszene Kultur in Mogelsberg KiM (von links): Elfie Wälly, Claudia Weil, Beatrice Sutter, Enzo Fuscini, Ursula Ehrler und Käthi Keller. (Bild: Michael Hug)

Der neue Vorstand der Kleinkunstszene Kultur in Mogelsberg KiM (von links): Elfie Wälly, Claudia Weil, Beatrice Sutter, Enzo Fuscini, Ursula Ehrler und Käthi Keller. (Bild: Michael Hug)

MOGELSBERG. Man kennt sich, man schätzt sich und man konkurrenziert sich nicht in der Kleinbühnenszene. Harry Eichholzer aus Lichtensteig und Elfie Wälly aus Wattwil kannten sich schon lange, und beide hatten sich im Herbst letzten Jahres etwas Spannendes zu erzählen. «Ich trete bei Kultur in Mogelsberg zurück», sagte Eichholzer, der Ältere. «Ich beim Chössi», erwiderte Wälly. Man lachte und wunderte sich: «Was für ein seltsamer Zufall!» Während jedoch der eine sich anders weiterentwickeln will, hatte die andere die Lust an der Kleinkunst noch nicht verloren. Nun war's eigentlich klar, welchen Weg die Dinge nach diesem Zusammentreffen nehmen sollten.

Ein Glücksfall

An der Hauptversammlung des Kultur in Mogelsberg/KiM vom letzten Freitag schlug der abtretende Co-Programmgestalter Eichholzer Wälly als seine Nachfolgerin vor. Elfie Wälly wurde einstimmig gewählt. «Ein Glücksfall für uns», sagte Käthi Keller, die Präsidentin von KiM. Keller, die das Ressort Wort programmiert, wird nun mit Wälly, die «Musik» übernimmt, das Programm in Mogelsberg gestalten: «Zwar haben wir das Programm für das ganze Jahr schon beisammen. Doch für Programmgestalter läuft die Zeit stets voraus, das heisst, wir packen bald schon das Programm für 2015 an.»

Nötige Kompetenz

Auch im «Chössi» ist das ganze laufende Jahr bereits unter Dach und Fach, und das schon seit November letzten Jahres, dem Zeitpunkt des Rücktritts von Elfie Wälly. Die hauptberuflich als Lehrerin an der Heilpädagogischen Schule in Wattwil tätige Wälly war beim «Chössi» während sieben Jahren für das Musikprogramm verantwortlich. Für die sehr grossen Fussabdrücke, die Eichholzer hinterlässt, bringt Wälly die nötige Kompetenz mit Sicherheit mit. Zusammen mit Ilse Pauli hat Wälly fürs «Chössi» jede Woche eine Veranstaltung programmiert. Beim KiM werden es «nur» ein Dutzend pro Jahr sein. Doch der 70jährige Lichtensteiger hatte mit seinem Gespür insbesondere bei der Sparte Weltmusik Marken gesetzt. Mutig hatte er Konzerte mit Künstlern aufs Programm gesetzt, die in der Ostschweiz fast niemand kannte: Die Tunesien-Schweizer Amine und Hamsa, den «Giigemaa» Matthias Lincke, Sukarma aus Nepal, für die er in der Schweiz gleich noch eine kleine Tournée auf die Beine stellte, sind einige Beispiele. Eichholzer, der nach einer Statutenergänzung sogleich zum ersten Ehrenmitglied des Vereins Kultur in Mogelsberg gewählt wurde, fliegt im Mai für zwei Monate nach Andalusien: «Ich möchte endlich Spanisch lernen!»