WATTWIL: Neue Idee für Sportanlage

In Zusammenhang mit dem geplanten Neubau der Kantonsschule sollen eine Turnhalle und Sportplätze realisiert werden. Auf dem Rietwisareal ist Platz vorhanden.

Sabine Schmid
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Auf der Brache in der Rietwis hat es Platz für eine Sportanlage mit Rasenplätzen und Turnhalle. (Bild: Anina Rütsche (12. April 2016))

Auf der Brache in der Rietwis hat es Platz für eine Sportanlage mit Rasenplätzen und Turnhalle. (Bild: Anina Rütsche (12. April 2016))

WATTWIL. Der Gemeinderat Wattwil hatte das Thema Sportanlagen nicht auf der Traktandenliste. Mit der Absicht des Kantons, die neue Kanti auf dem Rietsteinareal in Wattwil zu bauen, änderte sich jedoch die Ausgangslage: Die Kantonsschule, das Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) sowie die Schulgemeinde Wattwil-Krinau nutzen die Turnhalle Rietstein gemeinsam. Im Rahmen des kantonalen Bauvorhabens sollen die Verhältnisse für eine optimierte Nutzung entflechtet werden. Somit hat es dort keine Kapazität mehr für Turnunterricht der Schulgemeinde Wattwil-Krinau. Dazu kommt, dass die übrigen Turnhallen mit Ausnahme der Grüenau den Anforderungen bezüglich der Grösse nicht mehr gerecht werden. Nicht zuletzt besteht ein Kapazitätsengpass bei der Belegung der Hallen durch Schule und Vereine. Und weil durch die bevorstehende Sanierung der Thur der Sportplatz Bunt wegfällt, sah sich der Gemeinderat gezwungen, Lösungen zu suchen.

«Wir wollen die Chance nutzen und ein Gesamtkonzept erstellen, das die Rahmenbedingungen abdeckt und Synergien entstehen lässt», erklärte Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner am Montagabend an einer Informationsveranstaltung die Absicht des Gemeinderats. Dies erfordere eine Koordination mit dem Kanton. Durch den Bau der Kanti auf den heutigen Aussenanlagen im Rietstein ist auch dieser gezwungen, eine Sportanlage zu bauen. Die Gemeinde schlägt daher vor, auf ihrem Grundstück in der Rietwis eine Sportanlage mit einer Dreifachturnhalle, einem Fussballfeld, einem Rasenfeld, einem Allwetterplatz, Beachvolleyballfeldern und Anlagen für Weitsprung und Kugelstossen zu bauen. «Wir haben noch keine fertige Lösung, aber Variantenstudien haben gezeigt, dass alle diese Anlagen auf dem Areal Platz fänden», erklärte Alois Gunzenreiner. Die Anlage könnte durch die Mehrfachnutzung ideal ausgelastet werden. Die Schüler würden sie während des Tages nutzen, an den Abenden und Wochenenden stünde sie den Vereinen offen.

Industrieland soll umgezont werden

Damit die Idee der Gemeinde realisiert werden kann, sind ortsplanerische Massnahmen notwendig. «Im Richtplan ist das Grundstück der Gemeinde für eine Mischnutzung vorgesehen. Unsere heutige Absicht widerspricht dem», erklärte Ortsplaner Beat Rey. Um dem Kanton Planungssicherheit zu geben, muss der Zonenplan geändert werden. Die heutige Industriezone soll zur Zone für öffentliche Bauten und Anlagen werden. Zudem, sagte Beat Rey, ist im Strassenplan eine bisher nicht realisierte Erschliessungsstrasse eingetragen. Da diese für die Sportanlage nicht benötigt wird, muss der Teilstrassenplan ebenfalls geändert werden.

Alois Gunzenreiner ist überzeugt, dass das Thema Sportanlage für die Gemeinde Wattwil und für die Region von strategischer Bedeutung ist. Deshalb ist die Bevölkerung eingeladen, sich bis zum 20. Oktober im Rahmen einer öffentlichen Mitwirkung zur Richtplanänderung zu äussern. Nach deren Abschluss wird das Verfahren für die Revision des Teilzonenplans durchgeführt. Dessen öffentliche Auflage soll im November erfolgen.

Vorentscheide sind für Kanton notwendig

Die bisherige Projektentwicklung dient als Basis für die ortsplanerischen Massnahmen. «Wir möchten die Vorarbeiten gemacht haben und dem Kanton Planungssicherheit bieten, wenn wir das Thema aufgreifen werden», sagte Gunzenreiner. Über die Ausgestaltung der fertigen Lösung laufen die Verhandlungen mit dem Kanton noch. Der Gemeindepräsident könnte sich vorstellen, dass die Gemeinde die Sportanlage erstellt und sich der Kanton dort einmietet. Einen Vorteil sähe der Gemeinderat darin, dass Wattwil die Sportanlage unabhängig und rascher bauen könnte als der Kanton die Kantonsschule und die Erweiterung und Sanierung des BWZT. Aber, betonte Alois Gunzenreiner, bei der Planung der Sportanlage werde eng mit den kantonalen Stellen zusammengearbeitet. «Sobald wir die Verhandlungen abgeschlossen haben, wird die Bevölkerung wieder informiert.»