Warten auf die grossen Fische

Der Fischereiverein Neckertal blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Obwohl mit insgesamt 461 Fischentnahmen im vergangenen Jahr die bisher tiefste Entnahmequote erreicht wurde, hatten die Vereinsmitglieder alle Hände voll zu tun.

Stefan Feuerstein
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Der Vorstand des Fischereivereins Neckertal tritt zum letztenmal in dieser Konstellation auf: (von links) Reto Brüllmann, Werner Wiederkehr, Beat Näf, Ueli von Aarburg und Markus Gehrig. (Bild: Stefan Feuerstein)

Der Vorstand des Fischereivereins Neckertal tritt zum letztenmal in dieser Konstellation auf: (von links) Reto Brüllmann, Werner Wiederkehr, Beat Näf, Ueli von Aarburg und Markus Gehrig. (Bild: Stefan Feuerstein)

ST. PETERZELL. Rund 40 Stimmberechtigte sowie acht Neumitglieder des Fischereivereins Neckertal versammelten sich am vergangenen Samstag im Landgasthof Schäfle in St. Peterzell, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Anpassungen für die kommenden Jahre vorzunehmen. Reto Brüllmann, Präsident des Fischereivereins Neckertal, ging kurz auf verschiedene Aktivitäten ein, die neben der aufwendigen Gewässerbewirtschaftung gestartet wurden. Neu bietet der Fischereiverein in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Neckertal ein Bildungsangebot für Schüler an, Gespräche mit Gemeindepräsidenten wurden gesucht und zukünftig soll die Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise beim Internetauftritt, verstärkt werden.

Rar gewordene Fische

Zu einem der Hauptthemen des Anlasses wurden die allgemein sinkenden Fischzahlen in Schweizer Gewässern. Diese sind laut Brüllmann einer der Gründe, weswegen 2013 mit insgesamt 461 als entnommen gemeldeten Fischen die bisher tiefste Entnahmequote in der 98jährigen Vereinsgeschichte verzeichnet wurde. Dies sei jedoch auch auf den haushälterischen Umgang der 73 Vereinsmitglieder mit den rar gewordenen Fischen zurückzuführen. «Aus direkten Gesprächen entnehme ich, dass viele Mitglieder eine selektive Entnahme mit höheren Mindestmassen pflegen», so Brüllmann. «So wird auf einen Teil der möglichen Fänge in der Hoffnung verzichtet, den Fisch zu einem späteren Zeitpunkt entnehmen zu können.»

Fangzahlen beschränken

Auch mehrere Anträge befassten sich mit dem Rückgang der Fische in heimischen Gewässern. Ein Mitglied schlug vor, die maximale Jahresfangzahl für Forellen von 80 auf 40 zu senken. Dies im Hinblick darauf, dass es unsinnig sei, Fische zu züchten und sie parallel masslos zu entnehmen. Bei zwei Gegenstimmen wurde der Antrag gutgeheissen.

Für mehr Diskussionen sorgte die Senkung der maximalen Tagesfangzahl von 6 auf 5 Forellen. Da Vereinsmitglieder teilweise von weiter her kämen, wäre dies eine unnötige Beschränkung, merkte ein Kritiker an. Schliesslich wurde der Antrag jedoch mit grosser Zustimmung angenommen, worüber Christoph Birrer, Leiter Fischerei beim kantonalen Amt für Natur, Jagd und Fischerei, sich sehr erfreut zeigte. «Diese Selbstbeschränkung dient der Nachhaltigkeit. Wir brauchen mehr grosse Fische, damit sie sich fortpflanzen können und die Bestände sich erholen.»

Neue Gesichter im Vorstand

Im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung des Fischereivereins Neckertal standen die Erneuerungswahlen an. Reto Brüllmann, Werner Wiederkehr, Beat Näf und Markus Gehrig wurden einstimmig nochmals gewählt. Ueli von Aarburg, der bereits im vergangenen Jahr seinen Rücktritt ankündigte, verabschiedete sich aus dem Vorstand: Er wurde sodann zum Ehrenmitglied ernannt und wird bei der Bewirtschaftung von Liegenschaften weiterhin im Einsatz stehen. Anstelle von ihm wurden zwei neue Vereinsmitglieder gewählt. Neu werden Nora Markwalder und Philipp Fischbacher den Vorstand verstärken. Ein weiterer Wechsel wurde bereits angekündigt: Nach über zehn Jahren im Vorstand beabsichtigt Werner Wiederkehr an der nächsten Hauptversammlung zurückzutreten.