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Hackbrettklänge treffen auf Brass-Band-Sound: Zwei Appenzeller Formationen wagen sich auf musikalisches Neuland

Heute Samstag und morgen Sonntag geben die Musikgesellschaft Brass Band Rehetobel und das Hackbrettduo Kellerheims zwei Konzerte in Rehetobel und Walzenhausen. Für die Beteiligten ist der Auftritt eine Herausforderung.

Jesko Calderara
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Alessia Heim und Hanna Keller vom Hackbrettduo haben sich an der Musikschule kennen gelernt.

Alessia Heim und Hanna Keller vom Hackbrettduo haben sich an der Musikschule kennen gelernt.

Bild: Iris Oberle

Es ist eine ungewöhnliche musikalische Symbiose. Heute Samstag und morgen Sonntag treten die Musikgesellschaft Brass Band Rehetobel und das Hackbrettduo Kellerheims an zwei Konzerten in Rehetobel und Walzenhausen gemeinsam auf. Unter dem Motto Brass-Saiten soll diese Kombination aus Hackbrett- und Blasmusikklängen ein spezieller Hörgenuss werden, versprechen die Organisatoren.

«Wir haben uns in der Musikkommission überlegt, dass wir in diesen komplizierten Zeiten den Menschen eine Abwechslung und Ablenkung bieten wollen», sagt Benjamin Markl, Dirigent der MG Brass Band Rehetobel. Als Zeichen dafür, wie grenzsprengend und weit Musik gehen könne, seien sie auf die Idee gekommen, Blechbläser mit Hackbrett zu verbinden.

Anfänge in einem Hackbrettlager

Was dabei herausgekommen ist, erfährt das Publikum heute um 20 Uhr im Gemeindezentrum in Rehetobel und morgen Sonntag um 17 Uhr in der Mehrzweckanlage in Walzenhausen. In der ersten Hälfte der beiden Auftritte wird die MG Brass Band Rehetobel gemäss Markl ein buntes Programm mit Originalkompositionen für Brass Bands aufführen. Im zweiten Teil werden die «Kellerheims» hinzustossen und traditionelle Volksmusik und Pop spielen. Zudem werden die beiden Formationen gemeinsam ein Stück präsentieren, welches im Original für Klavier geschrieben wurde («The Clock And The Dresden Figures») und mit «A Tribute To Lionel» sogar in die Welt des Jazz eintauchen.

Das Hackbrettduo Kellerheims besteht aus zwei jungen Frauen, die sich dank Radio- und Fernsehauftritten über die Region hinaus einen Namen gemacht haben. Eine von ihnen, Hanna Keller, stammt aus Walzenhausen. Alessia Heim wiederum ist in St.Gallen aufgewachsen. Kennen gelernt haben sie sich in einem Hackbrettlager. Kurz danach haben Keller und Heim an einem Konzert der Musikschule erstmals zusammen musiziert und nach eigenen Angaben gemerkt, dass sie gut harmonieren. Anschliessend gründeten sie das Duo Kellerheims. Auf das Gastspiel im Appenzellerland freuen sich die beiden Hackbrettspielerinnen. «Es wird eine spannende Reise und wir hoffen, das Publikum mitnehmen zu können.»

Hackbrett ist mehr als Volksmusik

Für die beteiligten Musikantinnen und Musikanten ist ein solches Konzert eine Herausforderung. Zu Beginn habe er die Befürchtung gehabt, dass die Hackbretter nicht durchkommen würden, sagt Markl. «Aber wenn die Band diszipliniert spielt und nicht zu laut ist, ergeben sich tolle Farben und Mischklänge.» Er sei eine Kunst, die beiden Solistinnen zu begleiten und zu tragen, damit diese ihr Bestes zeigen könnten. Der Dirigent ist, abgesehen davon, gespannt darauf, ob die Stücke so klingen, wie er sich dies vorstellt.

Hanna Keller und Alessia Heim wiederum wollen zeigen, dass man auf dem Hackbrett weit mehr spielen kann als nur Volksmusik. «Wir probieren, mit verschiedenen Stücken wie beispielsweise Filmmusik, Rock oder auch Pop die Leute zu begeistern», sagt Alessia Heim. Deswegen seien sie immer für neue Projekte zu haben und hätten Freude daran, Neues auszuprobieren und Herausforderungen anzunehmen.