Vom Pfleger zum Leiter

Andreas Büchler ist seit Dezember neuer Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau. Nach 100 Tagen als Heimleiter zieht der aus dem Bernbiet zurückgekehrte Büchler Bilanz.

Roman Hertler
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Andreas Büchler ist zufrieden mit seinem Einstand als Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau. (Bild: rh)

Andreas Büchler ist zufrieden mit seinem Einstand als Geschäftsführer der Stiftung Altersbetreuung Herisau. (Bild: rh)

HERISAU. Bauprojekt und Vernetzen. Das waren – nebst dem Tagesgeschäft – die Hauptaufgaben des neuen Geschäftsführers der Stiftung Altersbetreuung Herisau. Der 50jährige Andreas Büchler zieht nach den ersten 100 Tagen im Heinrichsbad eine positive Bilanz: «Mir geht es gut. Ich wurde überall willkommen geheissen.» Das verwundert ihn aber nicht. «Für mich ist es ein bisschen wie Heimkommen», sagt Büchler, der in Speicher aufwuchs und fast 30 Jahre im Bernbiet gearbeitet hatte, bevor er seine Stelle in Herisau antrat.

Strafvollzug und Alterszentrum

Nachdem Andreas Büchler die Verkehrsschule in St. Gallen abgeschlossen hatte, liess er sich in Münsterlingen zum Psychiatriepfleger ausbilden. In dieser Zeit wurde er Vater einer Tochter und eines Sohnes. Nach seinem Abschluss der Pflegerausbildung zog er ins Bernbiet. Dort arbeitete er in in einem Regionalspital, später im Jugend-Strafvollzug. Ab 1996 leitete Büchler den Betreuungsdienst einer Institution in Bern, die Plätze und Lehrstellen für körperlich Behinderte anbietet. Von 2001 bis 2008 leitete er ein Alterszentrum in Grenchen. Von 2008 bis Herbst 2013 war er Geschäftsführer der Spitex Grauholz, deren Einzugsgebiet mit der Grösse des Appenzellerlandes vergleichbar ist.

«In den Zeiten in Bern, in denen ich leitende Funktionen inne hatte, arbeitete ich immer wieder punktuell in der Pflege und der Betreuung», erzählt Büchler. Den direkten Kontakt zu den Bewohnern pflegt er noch immer. «Heute gibt es leider die Tendenz, dass Heimleiter vorwiegend einen rein betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben», so Büchler. Das habe natürlich eine gewisse Berechtigung, da Finanzfragen in der heutigen Zeit immer wichtiger würden. «Mir ist aber auch wichtig, dass ein Heimleiter vom Kerngeschäft eine Ahnung hat. Am Schluss zählt das Angebot, das man den Kunden bieten kann.»

Engagiertes Personal

Seine ersten 100 Tage als neuer Geschäftsleiter der Stiftung Altersbetreuung Herisau waren für Andreas Büchler spannend und intensiv. «Ich hatte das Glück, einen finanziell gesunden Betrieb übernehmen zu können», sagt Büchler. Man sei gut aufgestellt. Auch für das Personal findet er nur lobende Worte: «Die Angestellten arbeiten sehr gut und engagiert mit.»

Im Gespräch hebt Andreas Büchler die Demenzabteilung besonders hervor. Im Haus Waldegg, wo diese Abteilung untergebracht ist, bemängelt er allerdings die architektonische Infrastruktur. Vor allem stören ihn die engen Mehrbettzimmer ohne individuelle Nasszellen.

Blick in die Zukunft

Die Demenzabteilung soll aber bald den Standort wechseln. Die Stiftung Altersbetreuung Herisau plant im Heinrichsbad ein Neubauprojekt. Bei der Gemeinde Herisau wurde der Antrag auf einen Beitrag zu den Gesamtkosten über fünf Millionen Franken gestellt. Der Entscheid steht noch aus.

«Das Baugesuch werden wir im Idealfall im Winter dieses Jahres offiziell einreichen», sagt Andreas Büchler. Die Nachnutzung der Räumlichkeiten in der Waldegg ist noch offen. Eine Umfunktionierung in Wohnungen für Wohnen mit Dienstleistungen wäre laut Büchler denkbar. Doch das ist Zukunftsmusik.