Vier Jahrzehnte Lauftradition

Die von Walter Näf gegründete Kreuzegg Classic feiert am 21. Mai ihr 40-Jahr-Jubiläum. In den ersten zwei Jahrzehnten erreichten die Teilnehmer den Mosnanger Hausberg via Wattwil. Seit 1997 erfolgt der Start ab Bütschwil.

Beat Lanzendorfer
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Die Teilnehmer des Kreuzegg-Berglaufes gingen in den Anfangsjahren von Wattwil aus ins Rennen. Hier kurz nach der Yburg. Foto um 1980. (Bild: pd)

Die Teilnehmer des Kreuzegg-Berglaufes gingen in den Anfangsjahren von Wattwil aus ins Rennen. Hier kurz nach der Yburg. Foto um 1980. (Bild: pd)

LAUFSPORT. Walter Näf (Jahrgang 1938) gilt als treibende Kraft bei der Gründung der Kreuzegg Classic, die am 8. Oktober 1977 als Kreuzegg-Berglauf erstmals die Laufszene bereicherte.

Testlauf im Jahre 1976

«Ich war damals Leiter und Trainer beim KTV Bütschwil und konnte viele junge Mitglieder motivieren, mit mir an diversen Laufveranstaltungen teilzunehmen. Zu ihnen zählten unter anderen Karl Schönenberger, Walter Baumann und Kurt Eigenmann, die später in der Staffel national für Furore sorgten.» Es waren auch die Jahre, in denen Langlauf so richtig boomte. Auch hier war Walter Näf an vorderster Front, erteilte J+S-Kurse und war Starter unzähliger Rennen. Als der Wunsch eines Berglaufes immer grösser wurde, fand der gebürtige Kengelbacher mit dem Skiclub Bütschwil einen Verein, der ihn von der ersten Stunde an unterstützte. Der damalige Präsident, Paul Stillhart, übernahm während zweier Jahrzehnte das OK-Präsidium des Kreuzegg-Berglaufes. Vor der Premiere im Oktober 1977 ging im Vorjahr ein Testlauf über die Bühne. «Gemeinsam mit Leo Meile und weiteren rund 30 Läufern liefen wir ab Parkplatz Yburg in Wattwil die 6,9 Kilometer auf die Kreuzegg. Die Strecke fand Gefallen. Nach Erteilung aller Bewilligungen konnte es losgehen», erklärt Walter Näf.

Hürden überspringen

Die ersten Jahre verliefen nicht immer einfach. Der Laufsport steckte noch in den Kinderschuhen, Fahrbewilligungen für Kleider- und Materialtransporte mussten eingeholt, Vorschriften von Wildschutz eingehalten werden. Trotzdem hat sich der Berglauf gut entwickelt – die stetig wachsende Teilnehmerzahl bestätigt diese Aussage. Schrieben sich bei der Premiere 173 Teilnehmende in elf Kategorien ein, hatte sich die Zahl zehn Jahre später verdoppelt. Heute sind es regelmässig zwischen 800 und 900 Sportfreaks, die sich für eine der mittlerweile 50 Kategorien entscheiden. Auch punkto Infrastruktur galt es einige Hürden zu überspringen. «Die Gemeinde Wattwil stellte uns Duschen und Garderoben in der Grüenau zur Verfügung. Dort führten wir auch eine Festwirtschaft. Diese erwies sich aber als wenig ideal. Ohne richtiges Dach war das Zusammensein bei Regen wenig gemütlich. Besserung trat erst ein, als wir noch die Infrastruktur in der Risi nutzen konnten», blickt Walter Näf auf die Anfangsjahre zurück.

Strecke wird verlängert

Eine einschneidende Veränderung beschloss das OK auf den 6. Kreuzegg-Berglauf 1982. OK-Präsident Paul Stillhart und seine Mitstreiter schickten die Teilnehmer der Hauptkategorie fortan ab der Grüenau ins Rennen. Die Strecke verlängerte sich dadurch um 2 auf 8,9 Kilometer. Was blieb, war das Erstellen der Rangliste mit der guten alten Schreibmaschine. Hermes, Solna oder Triumph waren damals die bekanntesten Namen und aus den Büros nicht wegzudenken. «Das hat seinerzeit einwandfrei funktioniert», meint Walter Näf mit einem Schmunzeln. Und weiter: «Die Rangliste stand wohl nicht unmittelbar nach dem Zieleinlauf zur Verfügung, das hat aber niemanden gestört.»

Umzug nach Bütschwil 1997

Nach zwei Jahrzehnten entschied sich das OK, ab 1997 die Kreuzegg Classic nach Bütschwil zu verlegen. Die ursprüngliche Strecke war für die Biker, die längst zum Tross gehörten, nicht ideal. In Bütschwil waren die Verhältnisse grosszügiger, die Räumlichkeiten näher beieinander. Auch für die Zeit nach den Rennen war genügend Platz vorhanden. Die Gründerväter hielten beim Ortswechsel den Zeitpunkt für gekommen, die Verantwortung jüngeren Kräften zu übertragen. Paul Stillhart reichte das Präsidentenamt an Werner Scherrer weiter, der die Fäden noch heute in Händen hält. Walter Näf trat 1998 aus dem OK zurück. Als Helfer beim Markieren der Strecke sowie beim Führen eines Verpflegungspostens ist er weiterhin eng mit der Kreuzegg Classic verbunden. Der Verpflegungsposten steht vor dem Geburtshaus des Gründers, wo der pensionierte Baupolier noch heute mit Ehefrau Armella wohnt. Dort, wo in den Siebzigerjahren alles seinen Anfang nahm. Über die Jahre ab 1997 erzählt OK-Präsident Werner Scherrer in einer der kommenden Ausgaben dieser Zeitung.

Gründer Walter Näf mit den Ranglisten der ersten zwei Ausgaben. Damals noch mit Schreibmaschine geschrieben. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Gründer Walter Näf mit den Ranglisten der ersten zwei Ausgaben. Damals noch mit Schreibmaschine geschrieben. (Bild: Beat Lanzendorfer)