Verschiedene Wege der Betreuung

29 Angehörige der Sportschule Appenzellerland werden in einer der drei Partnerschulen unterrichtet. 34 weitere Jugendliche besuchen den Unterricht in anderen Schulen oder arbeiten in sportfreundlichen Lehrbetrieben.

Lukas Pfiffner
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Sportschüler beim intensiven Training an den Cross-Trainern, beobachtet von Sportschulleiter René Wyler. (Bild: pf)

Sportschüler beim intensiven Training an den Cross-Trainern, beobachtet von Sportschulleiter René Wyler. (Bild: pf)

APPENZELLERLAND. «Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns und stehen auch wirtschaftlich auf einer soliden Basis», sagt René Wyler, der Leiter der Sportschule Appenzellerland. Die Organisation mit Sitz in Teufen ist 2005 gegründet worden. Im Schuljahr 2015/16 habe es einige speziell erfreuliche Momente gegeben, ergänzt Wyler und nennt zwei Beispiele von «Leckerbissen». Mit Julien Scheiwiller führte ein Badminton-Sportschüler vorübergehend die europäische Bestenliste an. «Und Laura Engler gewann im Winter an den Olympischen Jugendspielen mit der Schweiz die Bronzemedaille.»

Sportfreundliche Lehrbetriebe

Das neue Schuljahr begann am 15. August. 29 Sportschüler haben es an einer der drei Partnerschulen in Teufen, Trogen und Herisau angefangen; 11 von ihnen stammen aus anderen Kantonen. Auch in diesem Jahr sei eine Familie nach Ausserrhoden gezogen, um ihren Kindern eine optimale Betreuung in der Sportschule zu ermöglichen, erzählt Wyler. Naturgemäss verlassen jeweils einige Jugendliche die Organisation nach Beendigung der obligatorischen Schulzeit. «Wir haben in den vergangenen Monaten im Bereich der Lehrstellen viel unternommen», sagt Wyler. Man habe zahlreiche Lehrbetriebe angefragt, Eltern und Jugendliche informiert. 34 weitere Jugendliche werden in sportlichen Belangen von der Sportschule Appenzellerland betreut, absolvieren den Schulunterricht aber in anderen Schulen oder arbeiten in sportfreundlichen Lehrbetrieben, die den grossen Trainings- und Wettkampfaufwand mittragen. Mit Luan Malici absolviert ein Eishockeyspieler auf der Geschäftsstelle der Sportschule eine «Sport-KV»-Lehre.

Offizielles Leistungszentrum

Die 63 Sportschülerinnen und Sportschüler kommen aus sechs Kantonen und betreiben 15 verschiedene Sportarten. Zudem werden zahlreiche junge Badmintonspieler der Region Ostschweiz in der sogenannten Vorstufe sowie im Projekt «BVO-Kids» ausgebildet. Seit August ist die Sportschule Appenzellerland eines von zwei offiziellen Regionalen Leistungszentren von Swiss Badminton. Weitere Athleten betreut die Organisation im Rahmen von Stützpunkttrainings in den Sparten Leichtathletik und Sportschiessen, im Speedtraining und im Auftrag des Appenzeller Schwingverbandes. Gesamthaft betreiben unter dem Dach der Sportschule rund 150 Athletinnen und Athleten Leistungstrainings.

Freude über Regelung

Aktuell betragen die Pensen der von der Sportschule angestellten Trainer und Sekretariatsmitarbeitenden rund 550 Prozent. Zu ihnen zählt seit dem Frühling der national bekannte Weitspringer Yves Zellweger, der sowohl in der Administration als auch im sportlichen Bereich tätig ist. Dass die Innerrhoder Landesschulkommission die Sportschule Appenzellerland einer Partnerschule von Swiss Olympic gleichstellt und die Finanzierung von Sportschul-Absolventen aus dem Gebiet des «Nachbarn» geregelt worden ist, freut die Verantwortlichen in Teufen aus zwei Gründen. «Es ist einerseits eine Wertschätzung unserer Arbeit, anderseits positiv für die jungen Sportlerinnen und Sportler in Appenzell und Umgebung», sagt René Wyler. Zweifellos habe Innerrhoden eine sehr gute Sportbasis. Ob irgendwann einmal in Innerrhoden eine Partnerschule wie in Teufen, Herisau und Trogen entstehe, vermag er nicht zu sagen. «Es würde viel Aufbauarbeit brauchen. Die Koordination ist immens.»