Urnäsch
«Wir hätten es nicht besser treffen können»: Frischknechts verlassen «Taube» nach dem Alten Silvester

Schon wieder gibt es eine Änderung am Urnäscher Dorfplatz: Der Familienbetrieb mit Metzgerei, Gastronomie und Hotelzimmern wird vom «Ochsen» Schönengrund übernommen.

Karin Erni
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Ursi und Niklaus Frischknecht in der gemütlichen Gaststube.

Ursi und Niklaus Frischknecht in der gemütlichen Gaststube.

Bild: Karin Erni

Beim Gasthaus und Metzgerei Taube am Dorfplatz in Urnäsch steht bald ein Wechsel an. Eine Woche nach dem Alten Silvester werden Ursi und Niklaus Frischknecht zum letzten Mal das «Heufahren» organisieren und gleichzeitig ihren Abschied mit viel Musik feiern. Ihre Nachfolger stehen bereits fest. Fränzi und Peter Signer-Frick, die seit 2005 das Gasthaus und die Metzgerei Ochsen in Schönengrund führen, haben die Liegenschaft gekauft und wollen in Urnäsch einen zusätzlichen Standort eröffnen. «Wir hätten es nicht besser treffen können», sagt Niklaus Frischknecht.

«Die Signers sind unseren Kundinnen und Kunden bereits vertraut, denn sie haben in den vergangenen sechs Jahren während unserer Ferien jeweils das Geschäft geführt.»

Das sei besonders wichtig, weil die «Taube» mittlerweile die einzige Metzgerei im Dorf ist. Das Wirtepaar legt Wert auf die Feststellung, dass es nicht wegen der Coronapandemie aufhört. «Unser Entschluss stand schon länger fest und nun ist der Zeitpunkt ideal.»

Bekannt für Appenzeller Spezialitäten

Das fast 400-jährige Gebäude mit Metzgerei und Restaurant wurde 1950 von Paul Frischknecht erworben. Nach dessen Tod im Jahr 1974 führte Ehefrau Emmi das Restaurant weiter und kümmerte sich daneben um die Familie. Die Metzgerei wurde verpachtet. 1981 kehrte Sohn Niklaus nach der Metzgerlehre nach Urnäsch zurück und führte die Metzgerei Taube zuerst als Filiale von Breitenmoser in Appenzell und später in Eigenregie weiter. Er stellte die besonders auch bei Touristen beliebten Appenzeller Spezialitäten wie Siedwürste und Mostbröckli oder die Urnäscher Speckwurst nach einem Familienrezept her. 1984 wurde der Laden total umgebaut und vor sieben Jahren erneut einem Facelifting unterzogen. Der Standort sei gut, sagt Frischknecht. «Das Geschäft liegt zentral und es hat Parkplätze vor dem Haus.» Die Entwicklung von Urnäsch beurteilt er als positiv. Das Rekadorf habe einen spürbaren Aufschwung gebracht.

Mutter Emmi führte das Restaurant im ersten Stock noch bis 1993. Danach wurde es verpachtet. 2003 wurde die Gastronomie das Reich der gelernten Köchin Ursi, die sich daneben um die beiden Söhne kümmerte. Sie verfügt auch über eine Anlehre im Servicebereich und kann ihre Tätigkeit je nach Personalsituation flexibel gestalten. Besonders gefallen habe ihr immer die Durchführung von Festivitäten und Anlässen. «Die sind immer sehr gut gelaufen.» Sie hat auch ein Faible für Einrichtungen und hat 2008 den Umbau der Zimmer im obersten Stock als rustikale Alphüttenzimmer mitgestaltet.

Frische Luft und Musik geniessen

Ursi und Niklaus Frischknecht wohnen im Haus in der Zürchersmühle, wo sich früher die Filiale mit dem Schlachthaus befand. Konkrete Zukunftspläne haben sie noch nicht geschmiedet. Vermehrt wollen sie sich ihren gemeinsamen Hobbys wie Musicalbesuchen und Tanzen widmen. Niklaus möchte sich vermehrt sportlich auf der Langlaufloipe betätigen und sich noch intensiver mit der Kaninchenzucht befassen. Die einige Jahre jüngere Ursi geht noch nicht in Pension, sucht eine neue Herausforderung. Ihr schwebt eine Aushilfstätigkeit in Küche oder Service vor. In der übrigen Zeit widmet sie sich der Musik, die sie aktiv in verschiedenen Ensembles betreibt. Die beiden Gastgeber verabschieden sich mit grosser Dankbarkeit von ihren langjährigen Stammgästen.