URNÄSCH: Dritte Generation Alder musiziert

Die Nachkommen der Streichmusik Alder traten zu einem Gedenkkonzert in der Kirche Urnäsch an. Anlass war der 90. Geburtstag von Anni Alder, der Frau des im Jahr 2007 verstorbenen Erwin Alder.

Esther Ferrari
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Yvonne Dörig-Alder, die Jubilarin Anni Alder, Erwin Alder junior. (Bild: ef)

Yvonne Dörig-Alder, die Jubilarin Anni Alder, Erwin Alder junior. (Bild: ef)

URNÄSCH. Die Musik der Aldere gehöre zu Urnäsch wie der Schnee zum Winter, sagte Hans Hürlemann, der beste Kenner der Alder-Geschichte, und liess den beliebten Musiker Erwin, dessen Fröhlichkeit sprichwörtlich war, nochmals aufleben. Es war ein Alder-Fest mit Hackbrett, Geige, Bass, Akkordeon, Klavier und Gesang, wie es schöner nicht hätte sein können.

Die verschiedenen jungen Aldere aus der Verwandtschaft, inzwischen zum Teil auch bereits Grossväter, zeigten wieder einmal, was für ein Erbe sie in ihrem Blut tragen. Organisiert hatte das Fest Erwin Alder junior. Seine Schwester, Yvonne Dörig vom Restaurant Kreuz, sang, begleitet von Jodlerstimmen, das Lied von Arthur Alder: «Am Morge früe wenn d Lerche singt». Die andern «Stöckli», die zu hören waren, stammten alle von Erwin Alder: Walzer, Polka, «E Schlääzigs» und eine Mazurka, die er für seinen Enkel Roman einmal zum Geburtstag geschrieben hatte.

Die «alte Aldere»

Von Auftritten an der Olma, von gemeinsamen Reisen ins Ausland mit Hackbrettler Emil Zimmermann, Ueli, Arthur und Hansueli Alder, von Spässen, mit denen Erwin gerne die Leute hereinlegte, und von kleinen Streitereien, die sich, sobald sie ihre Instrumente in die Hand nahmen, in nichts auflösten, wusste Hans Hürlemann auf träfe Art zu erzählen. Er zeigte auch ein Bild des gewissenhaften Kunstschlossers und des fürsorglichen Familienvaters. Wie sein Bruder Arthur besass Erwin eine wunderbare Stimme. Komponiert hatten beide.

Doppelter Geburtstag

In die Appenzeller Streichmusik eingeführt wurden sie von ihrem Vater, dem bekannten Widebach-Jock. Gespielt hat Erwin früher zweite Geige, später Bass, vor allem aber Akkordeon. Eine grosse Aufnahme von Erwin war in der Kirche aufgestellt. Daneben hingen seine Kleider, die er, wenn er auftrat, getragen hatte. Am Boden lag seine Bassgeige. Der Anlass war öffentlich, war aber auch ein Familienfest. Von weither kamen Freunde und Bekannte angereist. Nebst der Jubilarin gab es am Samstag, 13. Februar, noch einen weiteren Geburtstag zu feiern. Naomi, die Urenkelin von Anni und Erwin, war zwei Jahre alt geworden.