Unterricht im Freien
520 Unterschriften gesammelt: Speicherer Eltern fordern Einführung einer Naturbasisstufe

Das Konzept des Waldkindergartens auf die Basisstufe auszudehnen, ist die Idee der Naturbasisstufe. In Speicher hegen einige Eltern den Wunsch, dass eine solche eingeführt wird und haben in der Gemeinde Unterschriften gesammelt.

Astrid Zysset
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Das Initiativkomitee Naturbasisstufe bei der Übergabe der gesammelten Unterschriften: Franziska Raymann, Sandro Reichmuth, Franziska Lehmann, Schulleiter Pascal Hofstetter, Schulpräsidentin Marianne Scheuss, Evelyne Possa und Maya Hauri.

Das Initiativkomitee Naturbasisstufe bei der Übergabe der gesammelten Unterschriften: Franziska Raymann, Sandro Reichmuth, Franziska Lehmann, Schulleiter Pascal Hofstetter, Schulpräsidentin Marianne Scheuss, Evelyne Possa und Maya Hauri.

Bild: PD

In Speicher soll eine öffentliche Naturbasisstufe entstehen – das ist zumindest der Wunsch eines Initiativkomitees, bestehend aus vier Müttern und einem Vater. Es hat in den vergangenen Monaten 520 Unterschriften gesammelt. Die Gruppe will die Schulgemeinde anregen, das Modell des Waldkindergartens zu einem freiwilligen Angebot für die 1. und 2. Primarklassen auf das Schuljahr 2023/24 weiterzuentwickeln.

Neu ist die Idee nicht. Eine öffentliche Naturbasisstufe gibt es bereits in Meggen im Kanton Luzern. Und im Kanton St.Gallen besteht mit den Waldkindern St.Gallen ein langjähriges privates Angebot. Im Appenzellerland existiert gemäss Sandro Reichmuth, Mitglied des Initiativkomitees, nichts vergleichbares.

«Mit der Unterschriftensammlung haben wir aber gezeigt, dass das Bedürfnis bei uns gross ist. 520 ist eine beachtliche Zahl.»

Unterricht im Freien

520 Unterschriften kamen zusammen.

520 Unterschriften kamen zusammen.

Bild: PD

Die Naturbasisstufe basiert auf dem Konzept, dass Kinder bis zum Erreichen der Lernziele des Zyklus 1 den allergrössten Teil der Unterrichtszeit in der freien Natur spielen und lernen dürfen. Dies gebe jedem Kind die Möglichkeit, die Natur und die unmittelbare Umgebung mit allen Sinnen erleben und erforschen zu können. «Die Kinder lernen dort, wo das Leben stattfindet», sagt Maya Hauri, ebenfalls Mitglied des Initiativkomitees. Der Unterricht sei praxisorientiert, fächerübergreifend und richte sich nach den Begebenheiten vor Ort. Was das genau bedeutet, schildert Hauri an einem Beispiel, das ihr seitens des Waldkindergartens geschildert wurde. Dort wurde ein Rabenküken von den Kindern entdeckt. Der Unterricht gestaltete sich fortan dahingehend, dass im Internet recherchiert wurde, was das Küken braucht, die Grösse des Nestes wurde ausgerechnet, mit Lehm gebaut und der Transport an eine geeignete Stelle geplant und durchgeführt.

Hauri ist von dieser Form des Unterrichts überzeugt: «Wenn es den Kindern Spass macht, sind sie mit Feuereifer dabei und lernen dementsprechend schnell.» Reichmuth sieht das genauso. In seinen Augen komme noch hinzu, dass Kreativität und Fantasie der Kinder ausserhalb des Schulzimmers in besonderem Masse angeregt werden.

Unterschriften wurden bereits übergeben

Auslöser für die Unterschriftensammlung in Speicher war gemäss Hauri eine Lehrerin. Sie hatte die Idee den Eltern vorgetragen und gleich ein fertiges Konzept für die Naturbasisstufe vorgelegt. «Wir fanden es schade, dass es so etwas in unserer Gemeinde nicht gibt und sind aktiv geworden.» Die Kinder von Hauri wie auch von Reichmuth hatten bereits Erfahrungen im Waldkindergarten gesammelt. Reichmuth: «Es ist schön zu sehen, mit welchen Eindrücken die Kinder jeweils nach Hause kommen. Dass solche Erfahrungen auch in der Basisstufe gemacht werden können, gilt es anzustreben.»

Die Unterschriften wurden der Schulgemeinde bereits übergeben. Gemäss Aussagen des Initiativkomitees will jene das Anliegen in einer der nächsten Sitzungen prüfen.