Unihockey
Wegen Corona: Unihockey Appenzell muss die Saison erneut vorzeitig abbrechen – einige Spielerinnen können davon jedoch profitieren

Nachdem bereits die vergangene Saison wegen Corona abgebrochen werden musste, fällt für Unihockey Appenzell nun auch die Saison 20/21 ins Wasser. Für einige NLB-Spielerinnen, darunter die 22-jährige Viviane Manser, hat der vorzeitige Saisonabbruch jedoch einen Vorteil: Sie wurde vom UHC Laupen angefragt und darf nun in der Nationalliga A spielen.

Lilli Schreiber
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Marco Mösli, NLB-Trainer und sportlicher Leiter des Unihockey Appenzell, und NLB-Frauen-Trainer Marius Wolf.

Marco Mösli, NLB-Trainer und sportlicher Leiter des Unihockey Appenzell, und NLB-Frauen-Trainer Marius Wolf.

Bild: PD

«Der erste Saisonabbruch im Herbst 2020 war bereits ein harter Schlag für unser Team», sagt Viviane Manser, die seit sechzehn Jahren bei Unihockey Appenzell (UHA) und seit kurzem auch in der Nationalliga A spielt. «Dass nun die Saison Anfang dieses Jahres erneut abgebrochen werden musste, hat mich schwer getroffen.»

Viviane Manser, Spielerin beim UHA und UHC Laupen.

Viviane Manser, Spielerin beim UHA und UHC Laupen.

Bild: PD

Ganz so unverhofft kam der zweite Abbruch der Saison für UHA aber nicht. Als Mitglied der Nationalliga wird der Verein jeweils gut informiert und in gewisse Entscheidungen, wie jene über das frühzeitige Ende der Saison, miteinbezogen. Trainings und Spiele sind seit Beginn der Coronapandemie nur unter strengen Auflagen möglich. Bei Unihockey Appenzell fallen die Trainings und Spiele nun ganz aus.

Für Viviane Manser hat dies aber nicht nur Nachteile: Die 22-Jährige wurde aufgrund der Coronasituation vom UHC Laupen angefragt und darf seit Ende vergangenen Jahres mit drei ihrer Teamkolleginnen erstmals Nati-A-Luft schnuppern. Somit konnten Manser und ihre drei Appenzeller Mitspielerinnen, darunter auch ihre Schwester, von der Pandemie profitieren. Manser sagt:

«Wir können uns glücklich schätzen, dass wir weiter Unihockey spielen dürfen.»

Ein Warte-Marathon

Vereinen, die in der NLA spielen, ist es gestattet, bis auf weiteres wieder Trainings und Spiele durchzuführen. Durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist das Interesse für NLB-Spielerinnen, in die NLA zu wechseln, gross. Sobald man die Halle betritt, gilt jedoch Maskenpflicht. «Daran gewöhnt man sich aber schnell», sagt Viviane Manser. Trotzdem vermisst sie das Trainieren und Spielen in ihrem Heimverein. «Unihockey Appenzell ist ein sehr familiärer Verein, sodass sich der Trainingsausfall und das frühzeitige Saisonende für seine Mitglieder zu einem regelrechten Warte-Marathon entwickelt haben.»

Nicole Fässler, Captain der 1. Damenmannschaft beim UHA.

Nicole Fässler, Captain der 1. Damenmannschaft beim UHA.

Bild: PD

Dies bestätigt auch Nicole Fässler, Captain der 1. Damenmannschaft. Sie bedauert vor allem den Abbruch der Meisterschaft 19/20, der eine Austragung des Finals in der NLB unmöglich machte. Weiter meint Fässler, dass eine Wiederkehr des sportlichen Wettkampfes wie vor Corona in nächster Zeit noch nicht absehbar sei, was es enorm schwierig mache, vorauszuplanen. Nicole Fässler, Viviane Manser sowie der Präsident von UH Appenzell, Raphael Jakob, setzen nun alle Hoffnung auf den Saisonbeginn im kommenden September. Raphael Jakob sagt:

«Ich glaube, ich spreche hier für alle, wenn ich sage, dass wir die Situation bis September hoffentlich im Griff haben.»

Da momentan keine Trainings in der Halle stattfinden können, liegt die Verantwortung umso mehr bei den Spielerinnen selbst, sich in Eigeninitiative fit zu halten und vor allem am Ball zu bleiben. Auch die Kaderförderung zieht ihren Nachteil aus der Pandemie, denn ein spezielles Fördertraining ist ebenso unmöglich, wie den Spielerinnen und Spielern Vorschriften zu machen, wie sie sich in Form zu halten haben. Momentan laufen im Hintergrund diverse vereinsinterne Gespräche über die Vorbereitung auf die kommende Saison. Trotzdem muss laut Raphael Jakob damit gerechnet werden, dass die eine oder andere Person den Stock an den Nagel hängt.

Fehlende Heimspiele machen sich bei den Finanzen bemerkbar

Raphael Jakob, Präsident des UHA.

Raphael Jakob, Präsident des UHA.

Bild: PD

Auf die finanziellen Folgen angesprochen, weist Jakob darauf hin, dass sich die fehlenden Heimspiele und Erträge aus verschiedenen Anlässen auch bei den Finanzen bemerkbar machen. «An der letzten Hauptversammlung haben wir die Mitgliederbeiträge leicht erhöht, um die Abhängigkeit von solchen Anlässen zu mindern. Ein Entscheid, welcher sich im Nachhinein als richtig erwiesen hat.» Durch diese Entscheidung sowie die Unterstützung treuer Sponsoren hat es der Verein auch ohne Hilfe des Bundesamtes für Sport durch die Pandemie geschafft. «Wir bleiben finanziell gut aufgestellt.»