Unihockey
Einer kann nicht mittanzen: Der UHC Herisau gewinnt das zweitletzte Heimspiel mit 7:2

Erstligist UHC Herisau setzt sich vor eigenem Anhang gegen Frauenfeld 7:2 durch. Trotz des Sieges verpassen die Ausserrhoder wohl das Heimrecht für die Playoff.

Lukas Pfiffner
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Herisaus Verteidiger Nico Sutter mit dem Blick für die Mitspieler.

Herisaus Verteidiger Nico Sutter mit dem Blick für die Mitspieler.

Bild: Lukas Pfiffner

«Jo, döt wo’s schön isch…», sangen die Herisauer nach der Partie am Freitagabend ihr traditionelles Siegerlied. Die Gastgeber kamen gegen Frauenfeld zu einem nie gefährdeten 7:2-Erfolg. Nicht so schön war die Situation nur für Verteidiger Manuel Rüegg, der sich kurz vor Schluss bei einem harten Zweikampf an der Bande am Fuss verletzte und den Kult-Tanz seiner Kollegen in Rückenlage auf dem Boden mit Kühlbandage und hochgestelltem Bein miterlebte.

Zwar werden die Ausserrhoder den vierten Platz wohl nicht mehr erreichen. Der würde den Heimvorteil in den Playoff-Viertelfinals bedeuten. Aber sie holten im Sportzentrum die drei Pflichtpunkte gegen die Thurgauer. Diese bewiesen auf dem Weg zu ihrer 13. Niederlage hintereinander immerhin eine erstaunliche Moral.

Coachingaufgaben aufgeteilt

Der Auftritt sei zwei Drittel lang gut gewesen, meinte Herisaus Coach Raphael Nüesch. «Nachher haben wir nachgelassen.» Bei den positiven Aspekten des Abends erwähnte er Torhüter Alexander Huber, der in seiner ersten 1.-Liga-Saison steht und zum besten Herisauer Spieler gewählt wurde. «Es zeigt sich, dass wir in den Playoffs sowohl Huber als auch Nüssli mit einem guten Gefühl bringen können.» Huber hatte besonders zu Beginn des Mitteldrittels einige Arbeit zu verrichten.

Nüesch ist Teil des Herisauer Trios, das die Coaching-Aufgaben unter sich aufteilt. Der ehemalige Spieler Chläus Meier ist für die Wechsel zuständig, Trainer Nico Raschle für die taktischen Vorgaben und Hinweise; er redet oft mit den Spielern. «Und ich helfe bei der Energie mit», erzählte Nüesch nach dem Spiel. Er ist der emotionalste des Dreiergespanns, machte am Freitag nach dem sechsten Herisauer Tor (durch Patrick Mittelholzer erzielt) die Faust und rief: «Jaaa!» In jenem Moment reagierten die Einheimischen auf den Thurgauer Doppelschlag (45. und 49.).

Zeitweise wie in Unterzahl

«Jetzt ist bei Herisau schon wieder einer zu viel auf dem Feld gewesen», monierte jemand von der Thurgauer Bank im Verlauf des zweiten Drittels. Ob tatsächlich ein Wechselfehler bei den Einheimischen stattgefunden hatte, wird nie mehr zu klären sein – angesichts der Überlegenheit des Heimteams und des Schlussresultates kam dieser Situation auch keine Bedeutung zu. Die Reaktion der Gäste war wohl auch ein Stück weit Verzweiflung, weil sich die Thurgauer tatsächlich zeitweise wie in Unterzahl vorkommen mussten.

Nur zwei Siege haben die Frauenfelder in dieser Saison geschafft, gegen die Vipers InnerSchwyz und die Rheintal Gators. Über ein Vierteljahr ist seither vergangen. Und die Thurgauer, die sich längst von den Playoff-Hoffnungen verabschieden mussten, haben siebenmal zweistellig verloren. Wenn Herisau am Freitag den Rhythmus, die Konzentration und die Abschlussstärke abendfüllend beibehalten hätte, wäre ein achtes Mal dazugekommen.

Ein sehr dominantes Duo

Die Gäste waren in den ersten zwei Abschnitten deutlich feldunterlegen, kassierten aber erst in der 13. Minute das erste Tor. 5:0 stand es durch Pascal Germann dann schon nach 35 Minuten. Dessen Linie zeichnete durch Verteidiger Nico Sutter auch für das zweite Herisauer Tor verantwortlich. Einen weiteren sehr dominanten Auftritt verzeichneten Joel Conzett und Noel Possag, die sich als eines der offensiv wirksamsten Duos in der 1.-Liga-Gruppe-2 bestätigten; auf ihr Konto gingen vier Tore.

Und wieder haben die Frauenfelder Spieler das Nachsehen – Pascal Germann (rechts) hat zum 5:0 getroffen.

Und wieder haben die Frauenfelder Spieler das Nachsehen – Pascal Germann (rechts) hat zum 5:0 getroffen.

Bild: Lukas Pfiffner

Am Sonntagabend findet das Herisauer Auswärtsspiel gegen die Glattal Falcons statt. Und am kommenden Samstagnachmittag geht die Qualifikation zuhause gegen die Vipers InnerSchwyz zu Ende.