Und wo bleibt heute die Basis?

In der Diskussion nach dem historischen Vortrag von René Hornung im Palace ging es unter anderem um das Engagement von Bürgergruppen gegen Strassenvorhaben. In den 1970er- und 1980er-Jahren sei der Kampf gegen solche Grossprojekte vor allem von Bürgeraktionen getragen gewesen.

Drucken

In der Diskussion nach dem historischen Vortrag von René Hornung im Palace ging es unter anderem um das Engagement von Bürgergruppen gegen Strassenvorhaben. In den 1970er- und 1980er-Jahren sei der Kampf gegen solche Grossprojekte vor allem von Bürgeraktionen getragen gewesen. Im Circus Pic-o- Pello etwa hätten sich viele Kulturbewegte engagiert. Ihre Aktionen hätten dann sogar nationales Medienecho ausgelöst. Bürgeraktionen seien auch beim Kampf gegen die Linienführung der Stadtautobahn im Osten der Stadt und gegen den Autobahnanschluss St. Fiden federführend gewesen. In Form eines aufmüpfigen Quartiervereins sei auch am Gallusplatz eine Bürgergruppe massgeblich Träger der Opposition gewesen.

Heute würden solche Kämpfe ausschliesslich durch Parteien und Verbände geführt. Verkehrspolitische Basisbewegungen gebe es gar nicht mehr, kritisierte einer. Und auch die Jugend lasse sich für Verkehrsfragen nicht mehr mobilisieren. Da herrsche offenbar grosses Desinteresse.

Ein Juso-Vertreter räumte ein, dass es tatsächlich so sei, dass Verkehrsfragen heute bei den linksgrünen Jungparteien nicht zuoberst stünden. Aus dem Saal gab's allerdings Widerspruch: Basisgruppen gebe es in der Verkehrspolitik weiterhin. So spiele etwa «Tisch hinter den Gleisen» beim Prozess um die Neubelebung des Gebietes Bahnhof Nord eine zentrale Rolle. (vre)