Ukraine-Krieg
Steuergremium Asyl empfiehlt Entschädigung für Gastfamilien von Schutzsuchenden

In Appenzell Ausserrhoden sind viele Schutzsuchende aus der Ukraine vorwiegend über private Initiativen bei Gastfamilien untergebracht. Das Steuergremium Asyl empfiehlt einheitliche finanzielle Rahmenbedingungen für Gastfamilien. Damit soll die Unterbringung von Schutzsuchenden bei Privatpersonen finanziell geregelt werden.

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Appenzell Ausserrhoden verfüge gegenwärtig über ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten für Schutzsuchende, wie hier im Kinderdorf Pestalozzi.

Appenzell Ausserrhoden verfüge gegenwärtig über ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten für Schutzsuchende, wie hier im Kinderdorf Pestalozzi.

Bild: Keystone

Die Zahl der ukrainischen Geflüchteten in Appenzell Ausserrhoden steigt stetig. Aufgrund des anhaltenden Kriegs in der Ukraine und der Prognosen des Staatssekretariats für Migration erwartet der Kanton zahlreiche weitere Schutzsuchende, wie er am Montag in einer Mitteilung schreibt. Kanton und Gemeinden arbeiten laufend daran, weitere Unterbringungsplätze aufzubauen, sodass es mittel- und längerfristig möglich ist, die Geflüchteten unterzubringen.

Aktuell stehen innerhalb des Kantons genügend Plätze für die Unterbringung von Personen mit dem Schutzstatus S zur Verfügung. Für die vorübergehende Erstunterbringung besteht eine Zusammenarbeit mit dem Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Zudem können Schutzsuchende aus der Ukraine auch im Asylzentrum Sonneblick in Walzenhausen vorübergehend untergebracht werden.

Unterstützung der Schutzsuchenden und Abgeltung für Gastfamilien

Die privaten Unterbringungsplätze werden laufend nach Bedarf über die Asylsozialdienste und die Gemeinden angefragt. Der Kanton schreibt in der Mitteilung, dass er und die Gemeinden allen Privatpersonen und Organisationen dankbar sind für die Unterbringungsplätze, die sie zur Verfügung stellen oder noch stellen werden.

Um finanzielle Unterstützung zu erhalten, müssen sich die Geflüchteten in einem Bundesasylzentrum (BAZ) registrieren. Nach der Registrierung werden sie einem Kanton zugeteilt, von wo aus die Schutzsuchenden nach einer allfälligen kantonalen Erstunterbringung wiederum den Gemeinden zugewiesen werden. Zwischen der Registrierung der Personen im BAZ bis zur Meldung an den Kanton über die Gewährung des Schutzstatus S vergehen im Moment etwa zwei Wochen.

Erst nach dieser Meldung erhalten die Schutzsuchenden finanzielle Unterstützung, die gleich ist wie die für Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene. Die Globalpauschale des Bundes deckt nur einen Teil der Kosten von Krankenkasse, Mietkosten, Sozialhilfe und Betreuung. Die darüber hinaus gehenden Kosten werden zu 90 Prozent von den Gemeinden und zu 10 Prozent vom Kanton getragen.

Auch Private sollen Wohnkosten geltend machen können

Die Aufnahme von Schutzsuchenden in Gastfamilien erfolgt im Rahmen von deren sozialem Engagement und solidarischer Unterstützung. Um dennoch einen Beitrag an die Wohnkosten zu leisten, hat der Kanton in Zusammenarbeit mit den Gemeinden entsprechende Empfehlungen erarbeitet. Gastfamilien sollen so die Möglichkeit erhalten, über ihr zivilgesellschaftliches, freiwilliges Engagement hinaus einen Beitrag an die Wohnkosten geltend machen zu können.

Um eine kantonal möglichst einheitliche Entschädigung zu erreichen, wird den Gemeinden empfohlen, pro Monat und Gastfamilie eine Pauschale zu entrichten, die sich an der Zahl der aufgenommenen Schutzsuchenden orientiert. Für eine Person sind es 250 Franken, zwei Personen 380 Franken, drei Personen 460 Franken, vier Personen 530 Franken und fünf Personen 600 Franken pro Monat.

Für die Abklärung der finanziellen Unterstützung von Schutzsuchenden und die Abgeltung der privaten Unterbringung müssen sich die Gastfamilien wie auch die Personen mit dem Schutzstatus S an die kommunalen und regionalen Asylsozialdienste der Gemeinden richten. Diese legen fest, wie und an wen die Unterstützung beziehungsweise die Entschädigung entrichtet wird.

Die Kontaktmöglichkeiten zu den zuständigen Asylsozialdiensten der Gemeinden und weitere Informationen sind unter www.ar.ch/ukraine zu finden. Die kantonale Infoline ist am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr telefonisch unter 071 353 66 66 erreichbar. Ausserhalb dieser Zeiten kann sie auch per E-Mail unter ukraine@ar.ch kontaktiert werden. (kk)