Trinkwasser wird teurer

20 Rappen zahlen Gossauerinnen und Gossauer im neuen Jahr mehr für 1000 Liter Trinkwasser. Hingegen sinken die Preise für Erdgas und Strom. Dies hat der Stadtrat entschieden.

Christoph Renn
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Gossauer zahlen künftig mehr für Trinkwasser. (Bild: dapd/Steffi Loos)

Gossauer zahlen künftig mehr für Trinkwasser. (Bild: dapd/Steffi Loos)

GOSSAU. 1000 Liter Trinkwasser kosten in Gossau ab 1. Januar neu 2 statt 1.80 Franken. Pro Jahr erhöht die Stadt Gossau mit der Erhöhung des Preises um 20 Rappen den Ertrag um rund 300 000 auf etwa 3,1 Millionen Franken. Für den Einzelnen steigen die Ausgaben für Trinkwasser pro Jahr um rund 10 auf 103 Franken – bei einem durchschnittlichen Verbrauch von täglich etwa 142 Litern. Für eine fünfköpfige Familie sind das immerhin 50 Franken jährlich. Laut Stadträtin Gaby Krapf ist die Wasserversorgung seit mehreren Jahren nicht mehr kostendeckend. «Und das ist die Aufgabe des Stadtrates, dass alle Sparten der Gossauer Stadtwerke kostendeckend sind.» So könne laut Krapf eine allfällige Subventionierung der Wasserversorgung durch die Sparten Erdgas und Strom verhindert werden.

Grund- und Quellwasser

Strom und Erdgas sind bereits kostendeckend. Dort senkt der Stadtrat die Preise sogar (siehe Zweittext). Doch beim Wasser reicht der Ertrag seit Jahren nicht mehr. Dies obwohl, laut Markus Baer, Leiter Stadtwerke Gossau, keine grösseren Ausgaben anstehen. «Die rund 70 Kilometer langen Hauptleitungen sind noch in einem guten Zustand.» Es gebe praktisch keine Rohrbrüche. Mit zwei Franken liegt Gossau laut Gaby Krapf noch immer deutlich unter dem Preisniveau der Stadt St. Gallen – dort kosten 1000 Liter Trinkwasser 2.66 Franken. Dies ist möglich, weil Gossau über grosse eigene Wasserreserven verfügt. «Das Trinkwasser in Gossau setzt sich durchschnittlich aus 74 Prozent Grundwasser, 16 Prozent Quellwasser und 10 Prozent Fremdwasser zusammen», sagt Markus Baer. Fremdwasser heisst Bodenseewasser. «Und Bodenseewasser ist erheblich teurer, als Grund- oder Quellwasser. Das Wasser aus dem Bodensee müssen wir von rund 420 Metern über Meer auf 600 Meter über Meer pumpen. Das kostet», sagt Baer. Zudem sei die Aufbereitung des Bodenseewassers teurer. Die Stadt St. Gallen beziehe praktisch ausschliesslich Bodenseewasser.

Hoher Wasserverbrauch

Gossauer verbrauchen laut Baer rund 1,58 Millionen Kubikmeter Wasser. Das sind gut 10,5 Millionen volle Badewannen oder 1700 Schwimmbecken. Pro Kopf beträgt der tägliche Verbrauch rund 240 Liter. «Diese Zahl ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da Gossau viel Industrie hat, die den Grossteil des Wassers verbraucht.»