Trinkwasser
Wegen unangenehmem Geschmack: Waldstatt bezieht Wasser von umliegenden Gemeinden – die Ursache bleibt unklar

Weil das Leitungswasser sonderbar schmeckte, stellte die Wasserkorporation auf die Versorgung aus anderen Hinterländern Gemeinden um. Die Suche nach der Ursache der Beeinträchtigung gestaltet sich kompliziert.

Karin Erni
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Waldstatt muss derzeit auf andere Wasserquellen zurückgreifen.

Waldstatt muss derzeit auf andere Wasserquellen zurückgreifen.

Bild: Karin Erni

Am vergangenen Wochenende war für die Einwohnerinnen und Einwohner von Waldstatt nicht gut Wasser zu trinken. «Das Leitungswasser hatte einen undefinierbaren Geschmack im Abgang», sagt Ernst Bischofberger, Präsident der Ortskorporation Waldstatt. «Die einen fanden es kunststoff- oder kartonartig, für mich schmeckte es eher medizinisch.»

Ernst Bischofberger, Präsident Ortskorporation Waldstatt.

Ernst Bischofberger, Präsident Ortskorporation Waldstatt.

PD

Sie hätten sofort Massnahmen ergriffen, alle 15 Quellen stillgelegt und mit Unterstützung der Feuerwehr das ganze Leitungsnetz und alle Reservoire mit Trinkwasser der Korporation Hinterland gespült, sagt Bischofberger.

«Seit Montagmorgen entspricht unser Trinkwasser wieder den üblichen Anforderungen.»

Die Wasserversorgung von Waldstatt ist mit Herisau, Hundwil und Urnäsch verbunden. «Weil aber an den fraglichen Tagen ausschliesslich Wasser aus den eigenen Quellen in unserem Netz zirkulierte, muss die Geschmacksbeeinträchtigung hausgemacht sein.»

Dennoch gebe es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wo die Ursache liegen könnte. «Es könnte etwas im Quellgebiet, bei der Aufbereitung oder im Netz passiert sein», so Bischofberger. «Wir arbeiten konsequent nach dem sogenannten Ausschlussprinzip. Das heisst, es werden sämtliche denkbaren Szenarien geprüft und verfolgt.»

Wahrscheinlich nicht gesundheitsschädlich

Um was es sich bei dem fraglichen Stoff handeln könnte, ist ebenfalls noch völlig unklar. Bereits am Sonntag seien Proben vor Ort entnommen und diese dem interkantonalen Labor zugestellt worden, so Ernst Bischofberger. Bei den als Erstes durchgeführten chemischen Untersuchungen seien alle Ergebnisse im normalen Rahmen und vergleichbar mit den Werten vergangener Jahre.

Auch bakteriologisch sei alles in Ordnung mit dem Wasser. «Gemäss den Fachleuten sind Analysen von geschmacklichen Veränderungen viel komplexer als dies bei einer bakteriologischen Untersuchung der Fall ist.» Die Gefahr einer Gesundheitsschädigung durch das Wasser sei gemäss Lebensmittelinspektor und das Labor äusserst gering, so Bischofberger. «Zudem enthielt keine einzige der vielen Meldungen einen Hinweis auf gesundheitliche Beschwerden irgendwelcher Art.»

Hoffen auf «Kommissar Zufall»

Die Auswertungen der zu untersuchenden Parameter dauert gemäss Ernst Bischofberger zwischen drei und acht Tagen. Er hoffe, dass diese Ergebnisse Anhaltspunkte auf mögliche Ursachenherde liefern. «Vielleicht hilft auch Kommissar Zufall und es gibt einen Hinweis. Wir wollen niemanden in die Pfanne hauen, sondern die Ursache finden und das Problem schnellstmöglich und nachhaltig beheben.»

Am kommenden Wochenende will der Präsident der Ortskorporation eine neue Mitteilung an die Bevölkerung veröffentlichen. Er hofft, dann Genaueres sagen zu können. Bis konkrete Ergebnisse oder Hinweise vorliegen, wird in Waldstatt ausschliesslich Wasser der Wasserkorporation Hinterland ins Netz eingespiesen.