Trickbetrug
Falsche Spendensammlung in Urnäsch: Betrügerin sammelt für die Ausserrhoder Pro Senectute Geld

In Urnäsch haben im Namen der Ausserrhoder Pro Senectute Betrüger an einer Haustür geklingelt, um Spenden zu sammeln. Die Bewohnerin wurde stutzig und meldete sich kurzerhand selbst bei der Pro Senectute. Dort hofft man, dass dies ein Einzelfall bleibt.

Astrid Zysset
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In Urnäsch haben Betrüger versucht, Spenden zu sammeln.

In Urnäsch haben Betrüger versucht, Spenden zu sammeln.

Bild: Reto Martin

Am Dienstag klingelte es bei einer Frau aus Urnäsch an der Tür. Draussen stand eine Person, die angab, eine freiwillige Mitarbeiterin der Ausserrhoder Pro Senectute zu sein. Sie sammle Spenden. Als aber zugleich die IBAN-Nummer zur Eröffnung des Lastschriftverfahrens gefordert wurde, kam dies der Hausbewohnerin komisch vor. Sie fragte bei der Institution direkt nach. Sabrina Steiger, Geschäftsleiterin der Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden, zeigt sich irritiert über das dreiste Vorgehen der Betrügerin. Und sie ist froh, dass die Frau auf die Masche nicht hereinfiel. «Wahrscheinlich kam es ihr suspekt vor, da wir eigentlich bekannt dafür sind, weder Haus- noch telefonische Sammlungen durchzuführen.»

Möglich ist allerdings, dass die Betrügerin bereits Erfolg hatten. Wie lange die angeblich freiwillige Mitarbeiterin in Urnäsch an diesem Dienstag unterwegs war, ist nicht bekannt. Steiger hofft nun, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Und sie hat sich an die Medien gewandt, um weitere Personen zu warnen. Wer in Ausserrhoden telefonisch oder an der Haustür um Spenden für die Pro Senectute ersucht wird, soll sich umgehend bei der Institution oder der Polizei melden.

Bislang keine Anzeige erstattet

Sabrina Steiger ist Geschäftsleiterin der Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden.

Sabrina Steiger ist Geschäftsleiterin der Pro Senectute Appenzell Ausserrhoden.

Bild: Archiv

Der versuchte Betrug in Urnäsch ist neu. In der Ausserrhoder Pro Senectute ist gemäss Auskunft der Geschäftsleiterin ein vergleichbarer Fall noch nicht untergekommen. Noch nie sei im Namen der Institution versucht worden, Gelder zu erschleichen. Vergangenen Herbst wurde die Masche allerdings in St.Gallen bereits angewandt. Von einer Anzeige bei der Kantonspolizei aufgrund des Vorfalls in Urnäsch hat Steiger abgesehen. Bislang zumindest. «Wir stehen im Austausch mit der Polizei. Bislang liegen keine vergleichbaren Fälle vor. Sollten sich diese jedoch mehren, werden wir prüfen, ob wir Anzeige erstatten.»

Drei Spendenbriefe pro Jahr

Die Ausserrhoder Pro Senectute führt ausschliesslich briefliche Spendensammlungen durch. Dies werde seit Jahren so gehandhabt, so Steiger. Einen Anlass, dies zu ändern, gab es bislang nicht, zumal die Spendensammlungen an den Haustüren als schwierig gelten, da viele Bewohnerinnen und Bewohner tagsüber nicht zu Hause sind. Dreimal jährlich werden durch die Pro Senectute Spendenbriefe verschickt: im Frühling, im Herbst wie auch vor Weihnachten. «Dieses Jahr werden wir zusätzlich anfangs Februar die Spendenquittungen noch mit einem Dankesschreiben versehen», so Steiger weiter. Mehr Spendensammlungspost gebe es aber von der Institution aktuell definitiv nicht.