Treue Älpler im Mittelpunkt

Vier Älpler wurden an der Hauptversammlung des alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg geehrt. Präsident Jakob Scherrer blickte auf den letzten Alpsommer zurück und Markus Hobi, Präsident Alpwirtschaft St. Gallen, informierte über Neuerungen.

Adi Lippuner
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NEU ST. JOHANN. Von den gut 230 Mitgliedern des alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg, waren am Donnerstag rund die Hälfte am traditionellen Älplernachmittag dabei. So konnte Präsident Jakob Scherrer die anstehenden Geschäfte einmal mehr im gutbesetzten «Ochsen»-Saal durchführen. Den Älplern wurde zum Auftakt ein Konzert mit dem Bühler «Gofechörli» geboten. 35 bis 40 Kinder singen und musizieren unter der Leitung von Livia Schmid, Manuela Rust und Vreni Früh, die den Chor am Akkordeon begleitet.

Jakob Scherrer erinnerte an den vergangenen Alpsommer. Dass es im Mai Tagestemperaturen von nur 11,5 Grad hatte, erscheint angesichts der aktuellen Frühlingstemperaturen unwirklich. Auch der Schnee, welcher bis Ende Mai fiel, scheint bereits weit weg. In Erinnerung ist vielen Älplern auch der grosse Futterzukauf, welcher Anfang des letzten Sommers nötig war und ganz schön auf die Betriebsrechnung schlug.

Alpwanderung zur Chrüzegg

Von einem Rückschlag in der Jahresrechnung berichtete Kassier Stefan Näf, Ebnat-Kappel. Bei Einnahmen von knapp 2600 Franken und Ausgaben von gut 3500 Franken musste ein Ausgabenüberschuss von gut 900 Franken verbucht werden. Dies führte zu einer Vermögensabnahme, welche für den Verein verkraftbar ist. Als Grund wurde der Verzicht auf eine Bewirtung auf eigene Rechnung, anlässlich der letzten Alpwanderung, angegeben. Apropos Alpwanderung: Diese soll am 23. oder 25. Juli vom Rumpf über die Twerenalp zur Chrüzegg und via Schwämmli zurück zum Rumpf führen.

Mehrere Jahrzehnte im Einsatz

Vier Älpler, welche mehrere Jahrzehnte im Einsatz waren, wurden durch den Vorstand geehrt. Es sind dies: Peter Weber, Wildhaus, für 40 Jahre Alpsenn Oberhag und gleichzeitig auch 35 Jahre Alpsenn Gamplüt. Dazu stellte er seine Schaffenskraft während rund 30 Jahren der Alpkorporation als Revisor zur Verfügung. Ruedi Frei, Wildhaus, 30 Jahre Alpsenn Gamplüt und zudem während dreier Amtsperioden Präsident der Alpkorporation, gleichzeitig auch 26 Jahre Alpsenn auf der Vorsömmerung Lisigweid. Paul Rutz, Mogelsberg, 18 Jahre Vorstand der Alpgenossenschaft Mogelsberg, davon 17 Jahre als Kassier. Hansueli Freitag, Brunnadern, während zwölf Jahren im Einsatz als Kassier für die Alpgenossenschaft Furth-Brunnadern.

Artenreiche Alpweiden erhalten

Markus Hobi, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums (LZSH) und Präsident Alpwirtschaft St. Gallen, erläuterte Details der Sömmerungsbeiträge und des Alpungsbeitrags. Zudem gab es Informationen über die Beiträge für Biodiversitätsförderflächen (BFF). Dabei gehe es um den vielfältigen Pflanzenbestand auf den Alpweiden und damit auch um den Erhalt artenreicher Weiden. «Bei diesem Programm können Beiträge ohne grosse Veränderungen auf der Alp generiert werden. Wichtig ist aber, dass die Flächen in gewohnter Art weiter gepflegt werden und die Bewirtschafter dafür sorgen, dass diese nicht verbuschen.» Ganz anders bei den Landschaftsqualitätsbeiträgen: Da empfahl Markus Hobi, das Sömmerungsgebiet mit einzubeziehen. Dabei stehe das Toggenburg gut da, sei doch das Pilotprojekt Neckertal bereits in Bern eingereicht. Zudem habe die Regionalorganisation durch die Hochschule Rapperswil Abklärungen für die Region treffen lassen. «Die Chancen, sich an diesem Projekt zu beteiligen, stehen also gut.»