TOGGENBURG: Wachstum dank Zuwanderung

Ohne Zuwanderung aus dem Ausland würde die Einwohnerzahl des Toggenburgs stagnieren. Aus anderen Gegenden der Schweiz zogen im vergangenen Jahr weniger Personen ins Thur- und Neckertal, als aus diesem wegzogen.

Ruben Schönenberger
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Bütschwil-Ganterschwil, im Bild Bütschwil, ist von allen Toggenburger Gemeinden im letzten Jahr am stärksten gewachsen. (Bild: pd)

Bütschwil-Ganterschwil, im Bild Bütschwil, ist von allen Toggenburger Gemeinden im letzten Jahr am stärksten gewachsen. (Bild: pd)

TOGGENBURG. Seit 2010 wächst das Toggenburg wieder. Auch im Vergleich zum Vorjahr kamen per Ende 2015 nochmal 314 Personen dazu (das Toggenburger Tagblatt berichtete). Den Grossteil dieser Zunahme macht die Zuwanderung aus anderen Ländern aus.

Positiver Saldo mit dem Ausland

Die Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen hat verschiedenste Wanderungssaldi veröffentlicht, also die Verrechnungen von Zu- und Wegzügen. Dabei zeigt sich: Von den 314 Personen, die Ende 2015 im Vergleich mit dem Vorjahr mehr im Thur- und Neckertal wohnen, haben nur rund ein Drittel ihren Ursprung im Geburtenüberschuss. Rund zwei Drittel ergeben sich aus dem positiven Wanderungssaldo. 2015 zogen insgesamt 213 Personen mehr in die Region, als Leute diese verliessen. Die Zahlen des Kantons offenbaren zudem, woher die Zuzüge stammen. So beträgt der Wanderungssaldo mit dem Ausland gar 327 Personen. Weil aber innerhalb der Schweiz mehr Leute aus dem Toggenburg weg- als hierhin zuzogen, verringert sich die Anzahl bedeutend.

Der schlechte Saldo bei der nationalen Betrachtung fusst ausschliesslich auf Umzügen innerhalb des Kantons. 2015 zogen 116 Leute mehr weg als zu. Anders sieht es aus, wenn man die interkantonalen Wanderungen betrachtet. Zwei Personen mehr verlegten ihren Wohnsitz von einem anderen Kanton ins Toggenburg, als Personen aus dem Thur- und Neckertal in einen anderen Kanton zogen. Ohne den Zuzug aus dem Ausland hätte die Bewohnerzahl im Toggenburg im vergangenen Jahr dank dem Geburtenüberschuss in etwa stagniert.

Wildhaus ist international

Wenig überraschend weist Bütschwil-Ganterschwil von den Toggenburger Gemeinden den grössten Saldo aus. Die Gemeinde ist im letzten Jahr am stärksten gewachsen. 127 der zusätzlichen Einwohner haben im Überschuss von Zuzügen ihren Ursprung. Den schlechtesten Saldo weist mit minus 50 Mosnang auf.

Einen weiteren Einblick ermöglichen die interkommunalen Wanderungssaldi, die ebenfalls in den Zahlen des Kantons ersichtlich sind. Dabei zeigt sich, dass es Bütschwil-Ganterschwil besser als andere Gemeinden versteht, Toggenburger zum Wohnsitz in ihrer Gemeinde zu bewegen. 108 Personen mehr zogen von einer Toggenburger Gemeinde nach Bütschwil-Ganterschwil als andersrum. Oberhelfenschwil und Wildhaus-Alt St. Johann hingegen müssen hier ein Minus von 85 Personen verzeichnen. Dafür scheint Wildhaus-Alt St. Johann attraktiv für aus dem Ausland zuziehende Leute zu sein. Die Gemeinde verzeichnet im internationalen Wanderungssaldo ein Plus von 73 Personen. Damit liegt sie bei dieser Betrachtung zusammen mit Kirchberg an der Spitze. Am anderen Ende der Skala liegt hier Nesslau mit einem Saldo von minus 7 Personen.