Toggenburg bricht in Cheseaux ein

VOLLEYBALL. Hochs und Tiefs in kurzer Folge: Volley Toggenburg mangelt es derzeit an Konstanz. Die Mannschaft von Coach Marcel Erni verpasste die Chance, sich in der Tabelle zu verbessern, deutlich: In Cheseaux verloren die Toggenburgerinnen 3:0 (25:13, 25:17, 25:17).

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Im Heimspiel vergangenen Mittwoch besiegten die Toggenburgerinnen die Damen aus Cheseaux noch klar. Am Samstag hingegen verloren sie in Cheseaux klar in drei Sätzen gegen die Westschweizerinnen. (Bild: Reinhard Kolb)

Im Heimspiel vergangenen Mittwoch besiegten die Toggenburgerinnen die Damen aus Cheseaux noch klar. Am Samstag hingegen verloren sie in Cheseaux klar in drei Sätzen gegen die Westschweizerinnen. (Bild: Reinhard Kolb)

VOLLEYBALL. Volley Toggenburg durchlebt in dieser Saison in der Nationalliga A Hochs und Tiefs in rascher Reihenfolge. Am vergangenen Mittwoch konnte in einem begeisternden Spiel zu Hause das Team des VBC Cheseaux noch klar bezwungen werden. Im Rückspiel nur drei Tage später war plötzlich alles wieder anders: Volley Toggenburg fand überhaupt nicht ins Spiel und musste sich mit 3:0 in 64 Minuten klar geschlagen geben.

Knackpunkt Annahme

Volley Toggenburg wollte im Auswärtsspiel unbedingt wieder an die gute Leistung vom Mittwoch anknüpfen und so das junge Team von Cheseaux in der Tabelle einholen. Mit einem nicht unmöglichen Sieg wäre das Tatsache gewesen. Doch einmal mehr konnten die Spielerinnen von Volley Toggenburg die sich selbst gesteckten hohen Erwartungen nicht erfüllen. Aus unerklärlichen Gründen wurde der Start völlig verpatzt. Cheseaux versuchte mit variablen taktischen Services zum Erfolg zu kommen. Und diese Rechnung ging voll auf. Toggenburg produzierte direkte Annahmefehler am Laufmeter. Cheseaux musste nicht viel machen – die Toggenburgerinnen schlugen sich von Beginn weg selber. Nichts mehr war zu sehen vom Selbstvertrauen aus dem Spiel vom Mittwoch. Alle guten Vorsätze lösten sich mit einem Schlag auf. 10:1 für das Heimteam war das brutale Verdikt kurz nach Aufnahme der Partie. Cheseaux liess sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen. Volley Toggenburg kam zwar in der Folge ein wenig besser ins Spiel. Doch die Annahmefehler blieben. So hatte das Heimteam leichtes Spiel und gewann den ersten Satz locker mit 25:13. Zu Beginn des zweiten Satzes präsentierte sich den Zuschauern das gleiche Bild. Volley Toggenburg versuchte sich mit Kampfgeist zur Wehr zu setzen. Doch leider war es mehr ein Krampf als Kampf – das Team fand nie zur nötigen Lockerheit und blockierte in den entscheidenden Situationen komplett. So ging auch der zweite Satz mit 25:17 klar an das Heimteam.

Cheseaux abgeklärt

Das junge Waadtländer-Team, das mit Juniorinnen-Nationalspielerinnen gespickt ist, zeigte im dritten Satz eine äusserst abgeklärte Leistung. Volley Toggenburg ging mit 5:9 in Führung. Die St. Gallerinnen hatten zum ersten Mal in diesem Spiel die Chance, eine Wende herbeizuführen. Cheseaux reduzierte in der Folge geschickt die Eigenfehlerquote und kam so Punkt für Punkt wieder heran. Volley Toggenburg konnte diesen erneuten Rückschlag nicht wegstecken und musste zusehen, wie die Gegnerinnen scheinbar mühelos aufholten und die entscheidenden Punkte buchten. Am Schluss standen die Gäste mit leeren Händen und hängenden Köpfen da. Eine wichtige Chance bei der Entscheidung um den direkten Ligaerhalt war vertan. Toggenburg steht nun mit sechs Punkten auf dem letzten Platz.

Heimspiel gegen Luzern

Drei Runden vor Schluss der Playouts liegt man sechs Punkte hinter dem zweitplazierten Cheseaux. Der direkte Ligaerhalt ist zwar rechnerisch noch möglich, mit der klaren Niederlage vom Samstag aber faktisch in weite Ferne gerückt.

Toggenburg muss sich jetzt schnell wieder auf seine Stärken konzentrieren und die Niederlage gegen Cheseaux möglichst schnell wegstecken. Denn in dieser Woche stehen wieder zwei Spiele auf dem Programm. Zuerst muss das Team am Donnerstag auswärts in Sm'Aesch-Pfeffingen antreten. Die Baslerinnen kämpfen zur Zeit mit grossen Problemen. Das letzte Heimspiel verlor man gegen die Aufsteigerinnen des FC Luzern klar mit 0:3. In den Sätzen zwei und drei konnten nur 13 Punkte herausgespielt werden. Sm'Aesch-Pfeffingen möchte sich nur allzu gerne für die Niederlage aus der ersten Playout-Runde gegen Volley Toggenburg revanchieren und sich so eine kleine Chance für das Abwenden der Abstiegsrunde sichern. Am Samstag tritt Volley Toggenburg im Heimspiel gegen den Gruppenersten FC Luzern an. Die Innerschweizerinnen haben sich sehr effizient für die Playouts mit zwei zusätzlichen Amerikanerinnen verstärkt und führen die Playouts klar an. Volley Toggenburg möchte vor Heimpublikum nochmals zeigen, dass das Team auch in dieser schwierigen Situation zusammenhält. Ein positives Auftreten in diesem Spiel würde auch das wichtige Selbstvertrauen für die wahrscheinlich bevorstehende Abstiegsrunde bringen. Mit der Unterstützung durch das Publikum liegt vielleicht ein Exploit und eine Überraschung gegen die Leaderinnen drin. (pd)

Matchprotokoll: VBC Cheseaux - Volley Toggenburg 3:0 (25:13, 25:17, 25:17) Volley Toggenburg: Leslie Betz, Kelcey Dunaway, Patricia Humbel, Anja Lutz, Nina Lutz, Giulia Passaseo, Aurelia Schmidlin, Marina Schneider, Stephanie Zielinski. Coach: Marcel Erni. VBC Cheseau: S. van Rooij, O. Hämmerli, M. Hämmerli, A. Pierrehumbert, M. Vaucher, L. Montavon, M. Lavanchy, N. Scarff, C. Masson, M. Pittet, T. Paulin, M. Bulliard. Coach: Doris Stierli Bemerkungen: Aylin Baghdady fehlte wegen einer Krankheit Spieldauer: 64 Minuten (22, 22, 20) Schiedsrichter: Bertrand Huguett und Philippe Weinberger Publikum: 450 Zuschauer