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Eine Satire, die von der Realität überholt wurde: Herisauer Bühne spielt Markus Köbelis «Holzer's Peepshow»

Die Familie Holzer sieht sich wegen der nicht mehr rentablen Landwirtschaft gezwungen, gegen Geld einen Einblick in ihr Familienleben zu gewähren. Am 10. März feiert die Inszenierung in der Alten Stuhlfabrik in Herisau Premiere.

Ramona Koller
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Am Freitag feiert «Holzer's Peepshow» in Herisau Premiere

Am Freitag feiert «Holzer's Peepshow» in Herisau Premiere

Bild: PD

Am 10. März feiert die Herisauer Bühne Premiere des Stücks «Holzer's Peepshow». Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass diese Komödie in fünf Akten aufgeführt wird. Geschrieben hat sie Markus Köbeli. Der Berner ist unter anderem bekannt als Autor von Total Birgit und den Schreckmümpfeli des SRF.

Das Stück handelt von der Familie Holzer. Sie befindet sich in einer schwierigen Lage, da die Landwirtschaft nicht mehr genug Geld einbringt und andere Einkommensquellen rar sind. Um ihre Existenz zu sichern, hat sie beschlossen, den Touristen gegen Entgeld Peepshow mit einer authentischen Bauernstube und heimeligen Familienszenen anzubieten. Schon bald gerät ihre heile Welt jedoch durcheinander und Fragen nach der eigenen Identität bringen die Protagonisten zum Nachdenken.

Gewinnen Sie zwei Freikarten für «Holzer's Peepshow»

Die Appenzeller Zeitung verlost zwei Freikarten für das Stück der Herisauer Bühne. Schreiben Sie um am Wettbewerb teilzunehmen bis am Sonntag, 12. März ein Mail mit dem Betreff «Holzer» an redaktion-appenzellerzeitung@chmedia.ch. Platzreservationen können unter www.hebue.ch vorgenommen werden.

Die Satire wurde von der Realität überholt

Markus Köbeli hat «Holzer's Peepshow», die unzählige Male aufgeführt und in mehrere Sprachen, darunter polnisch, übersetzt wurde, vor 35 Jahren geschrieben. «Als ich die Geschichte zu Papier brachte, war sie utopisch. Damals war es noch unvorstellbar, dass jemand gegen Geld einen Einblick in sein Privatleben gewährt. Heute erstaunt das niemanden mehr», so Köbeli.

Die Satire, die er damals geschrieben hat, sei von der Realität überholt worden. Wie er es geschafft hat, ein Stück zu schreiben, das über drei Jahrzehnte nach der Entstehung immer noch aufgeführt wird und Erfolge feiert, könne er nicht genau sagen. «Das Stück berührt ein paar Urthemen, die immer aktuell sind. Beispielsweise ganz banal die Frage nach der eigenen Identität», erklärt Köbeli. Auch die Probleme in der Landwirtschaft und der zunehmende Tourismus seien heute immer noch aktuell.

Ein doppelter Boden als Stolperfalle

Der Autor hat zahlreiche Aufführungen im In- und Ausland besucht. Die Herausforderung sei, nicht nur den komödiantischen Aspekt, der durchaus auch anspruchsvoll sei, wiederzugeben. «Die Geschichte hat einen doppelten Boden, über den man stolpern kann, wenn man ihn nicht mitschwingen lässt», erklärt der Autor.

«Das Stück ist vordergründig komödiantisch. Hinter den Personen und Dialogen steckt aber noch mehr, das nicht erzählt wird.»

Entstanden ist das Stück im Rahmen eines Autorenförderungsprogramms des Berner Stadttheaters. Damals hatte Köbeli die Möglichkeit, ein Stück zu schreiben und mit Schauspielern auszuprobieren. 2004 und 2005 führte Köbeli «Holzer's Peepshow» zudem mit Walter Andreas Müller und Birgitte Steinegger in den Hauptrollen am Caisontheater Winterthur auf.

Am 10. März feiert die Herisauer Bühne Premiere ihrer Inszenierung von «Holzer's Peepshow» in der Alten Stuhlfabrik in Herisau.

Holzer's Peepshow in der Alten Stuhlfabrik

Freitag, 10. März, 20 Uhr
Samstag, 11. März, 20 Uhr
Sonntag, 12. März, 15 Uhr
Donnerstag, 16. März, 20 Uhr
Freitag, 17. März, 20 Uhr
Samstag, 18. März, 20 Uhr
Donnerstag, 23. März, 20 Uhr
Freitag, 24. März, 20 Uhr
Infos und Tickets: www.hebue.ch