TEUFEN: Der Hilfskonvoi aus Teufen steckt fest

Kürzlich ist der 66jährige Teufner Ueli Schleuniger in die autonome Republik Kurdistan im Nordirak geflogen. Sein Ziel war es, im Flüchtlingslager Dohuk die Übergabe der Güter des ersten Hilfskonvois aus dem Appenzellerland zu koordinieren.

Drucken
Ueli Schleuniger Teufner Flüchtlingshelfer in Dohuk (Bild: pd)

Ueli Schleuniger Teufner Flüchtlingshelfer in Dohuk (Bild: pd)

TEUFEN. Kürzlich ist der 66jährige Teufner Ueli Schleuniger in die autonome Republik Kurdistan im Nordirak geflogen. Sein Ziel war es, im Flüchtlingslager Dohuk die Übergabe der Güter des ersten Hilfskonvois aus dem Appenzellerland zu koordinieren. Gestern flog Schleuniger zurück, die zwei Lastwagen sind immer noch nicht dort. Seinen Aufenthalt hat Schleuniger genutzt, um die Front zu besuchen und Essen für Hungernde zu kaufen, wie er gestern auf Anfrage mitteilte.

Ueli Schleuniger, wo sind Sie?

Ich befinde mich auf dem Rückweg von Dohuk in die Hauptstadt der Region Erbil. Von dort fliege ich am Abend nach Zürich.

Wo ist der Hilfskonvoi, und weshalb steckt er fest?

Die Lastwagen stehen an der bulgarisch-türkischen Grenze in Kapikule, also etwa 1000 Kilometer entfernt von Zaxo, dem Grenzübergang zwischen der Türkei und Kurdistan. Diese Grenze ist mittlerweile wegen der Bombenanschläge letzte Woche in der Türkei dicht. Momentan bemüht sich die Barzani Charity Foundation, unser lokaler Partner in den Flüchtlingslagern, und deren Gründer, der Sohn des Präsidenten der autonomen Republik Kurdistan, mit der Türkei eine Lösung zu finden, dass die Güter freigegeben werden.

Wie haben Sie die Situation im Flüchtlingslager erlebt?

Das Welternährungsprogramm hat wegen Geldmangels die Essensgutscheine pro Flüchtling und Monat von 30 auf 10 Dollar gekürzt. Wer nicht arbeiten kann, leidet Hunger. In Dohuk gehen Zehnjährige deshalb Schuhe putzen, und junge Frauen müssen betteln. Dieser Zustand hat schon zu Hungertoten geführt.

Konnten Sie auch ohne Hilfsgüter schon etwas bewirken?

Mit Spendengeldern aus dem Appenzellerland und zusätzlichen Spenden von Freunden konnte ich vorerst Lebensmittel für 450 Familien für eine Woche organisieren.

Sie haben die Front zwischen kurdischen Peschmerga und dem IS besucht, wie ist die Lage?

Ich war an einem 26 Kilometer langen Abschnitt 30 Kilometer von Mosul entfernt. Der Kommandant der Peschmerga dort klagte nicht, ich spürte aber die Enttäuschung über den Westen, denn es fehlt im Kampf gegen den IS an Ausrüstung, vor allem an schweren Waffen. (cg)