Testkäufe
Löchriger Schutz: Jugendliche konnten in Appenzell Innerrhoden in jedem zweiten Fall Alkohol kaufen

Testkäufe in Appenzell Innerrhoden zeigten: Nicht alle Betriebe setzen den Jugendschutz in puncto Alkoholverkauf korrekt um. Unter 16-Jährige kamen in vielen Fällen leicht an Alkohol.

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Bei Testkäufen zeigen sich regelmässig Lücken beim Jugendschutz.

Bei Testkäufen zeigen sich regelmässig Lücken beim Jugendschutz.

Bild: CH Media

In verschiedenen Betrieben führte das Blaue Kreuz St.Gallen-Appenzell im Auftrag des Innerrhoder Gesundheitsamts im September mehrere Testkäufe in Appenzell durch. Getestet wurden am gleichen Tag innerhalb eines vorher definierten Zeitfensters unterschiedliche Betriebe der Gastronomie und des Detailhandels sowie Tankstellenshops. Die jugendlichen Testkäuferinnen und Testkäufer waren laut Medienmitteilung des Gesundheits- und Sozialdepartements alle unter 16 Jahre alt, in Zweierteams unterwegs und wurden jeweils von einer erwachsenen Person begleitet.

«In der Hälfte aller Fälle kamen die Jugendlichen ohne Weiteres an alkoholische Getränke», teilt das Gesundheitsdepartement mit. Tabak wurde hingegen nie verkauft. Ob Detailhandel, Gastronomie oder Tankstellen die Jugendschutzvorschriften am besten einhalten, konnte aufgrund der Datenlage nicht ermittelt werden. Aufgefallen sei jedoch, dass bis auf wenige Ausnahmen die Jugendschutzhinweise an den meisten Verkaufsstellen für die Testkäuferinnen und Testkäufer nicht gut sichtbar angebracht waren.

Information und Schulungsmöglichkeiten

Die getesteten Betriebe und Läden werden wurden durch das Gesundheitsamt schriftlich über die Ergebnisse informiert. «Klar scheint, dass Betriebe und Personal im Umgang mit Jugendlichen und dem Verkauf von Alkohol nicht genügend sensibilisiert sind», heisst es in der Mitteilung. Deshalb werden alle Betriebe zusätzlich zur Auswertung durch die Innerrhoder Beratungsstelle für Suchtfragen persönlich kontaktiert, um ihnen entsprechende Schulungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeitenden anzubieten. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche zu schützen. An keiner Stelle sollen Alkohol oder Tabakprodukte an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden. (pd)