Tausende fehlerhafte Rechnungen verschickt

WIL. Rund 2100 Liegenschaftsbesitzer der Stadt Wil haben dicke Post erhalten – und vor allem falsche. Wer bei seiner Liegenschaftsabgabe eine Gebühr von weniger als 20 Franken entrichten muss, hat eine Rechnung für 20 Franken erhalten.

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WIL. Rund 2100 Liegenschaftsbesitzer der Stadt Wil haben dicke Post erhalten – und vor allem falsche. Wer bei seiner Liegenschaftsabgabe eine Gebühr von weniger als 20 Franken entrichten muss, hat eine Rechnung für 20 Franken erhalten. Zum Fehler bekennt sich das Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen (VRSG).

So konnte es dazu kommen: Wer in Wil eine Liegenschaft oder mehrere Liegenschaften – also ein Grundstück, ein Gebäude, eine Wohnung oder eine Garage – besitzt, muss eine jährliche Liegenschaftenabgabe entrichten. Diese berechnet sich nach der Formel «Anzahl Liegenschaften mal Ansatz 0,06 Prozent vom Wert der Liegenschaft mal Eigentumsanteil an der Liegenschaft». Ergibt sich bei Einzelliegenschaften ein Abgabenbetrag von weniger als zehn Franken, so verzichtet die Stadt Wil auf eine Rechnungsstellung, weil die Administrations- und Verwaltungsaufwände grösser wären als dieser Minimalbetrag. Die operative Ausführung der Rechnungsstellung wie auch der Versand der Rechnungen obliegen dem IT-Dienstleister der Stadt Wil. Dabei handelt es sich um das Verwaltungsrechenzentrum St. Gallen (VRSG). Dies schreibt die Stadt Wil in einer Mitteilung.

«Hätte nicht passieren dürfen»

Vergangene Woche wurde allen Liegenschaftenbesitzern in der Stadt Wil durch die VRSG die jährliche Rechnung für die städtischen Liegenschaftenabgaben für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 zugestellt. Aufgrund einer falschen Systemeinstellung bei der VRSG wurden dabei alle Kleinpositionen, die gemäss Berechnungsformel eine Gebühr von weniger als 20 Franken ergeben haben, automatisch auf einen Minimalbetrag von 20 Franken aufgerundet und in Rechnung gestellt. In der Folge erhielten rund 2100 Liegenschaftenbesitzer in der Stadt Wil eine falsche, sprich zu hohe Rechnung ihrer Liegenschaftenabgaben. Peter Baumberger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der VRSG, bedauert den Fehler: «Diese Rundungsfunktion wurde unsererseits fälschlicherweise eingerichtet. Das hätte angesichts unserer umfassenden technischen und organisatorischen Sicherungsmassnahmen nicht passieren dürfen. Wir entschuldigen uns. Wir übernehmen die Verantwortung und die Kosten, die der Stadt Wil wegen des Fehlers entstehen.»

Rückvergütung möglich

Nachdem das Steueramt der Stadt Wil den Fehler festgestellt hat, wurde die VRSG informiert, um entsprechende Massnahmen einzuleiten. Alle betroffenen Liegenschaftenbesitzer erhalten in den nächsten Tagen eine korrigierte Rechnung. Betroffene, welche die alte Rechnung bereits beglichen haben, werden für die Rückvergütung des zu hohen Betrags vom Steueramt kontaktiert. (red.)