Swiss Skills
Trotz «Chnorz» bei der Gaube: Dominik Brülisauer aus Haslen ist Schweizer Vizemeister der Zimmermannen

Dominik Brülisauer aus Haslen kommt momentan nicht mehr aus dem Festen heraus: Kürzlich feierte er seinen 20. Geburtstag, in zwei Wochen hat er die Rekrutenschule hinter sich, und nun wurde er Schweizer Vizemeister der Zimmermannen.

Vreni Peterer Jetzt kommentieren
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Dominik Brülisauer mit seiner Wettbewerbsarbeit.

Dominik Brülisauer mit seiner Wettbewerbsarbeit.

Bild: vp

Bereits vor einem Jahr zeigte der Hasler an der Schweizer Meisterschaft der Zimmerleute in Sitten mit dem sechsten Schlussrang eine herausragende Leistung. Seine beruflichen Fähigkeiten bestätigte er an der diesjährigen Schweizer Meisterschaft (Swiss Skills Championships) in Buchs. Nach fünf Wettkampftagen durfte er sich am Samstag die Silbermedaille umhängen und sich als Vize-Schweizer-Meister feiern lassen.

Wettkampferfahrung im Gepäck

Mit dem zweiten Platz schaffte Dominik Brülisauer den Sprung in das Nationalkader und kann sich somit an den Vorausscheidungen für die kommenden Europa- und Weltmeisterschaften beteiligen.

Der Hasler arbeitet bei der Holzbau Albert Manser AG Gonten, zurzeit absolviert er die Rekrutenschule als Trainsoldat. Die Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft war für ihn eine grosse Herausforderung, der er sich gerne nochmals stellte, konnte er doch von der Wettkampferfahrung vom letzten Jahr profitieren. Er schätzte es, dass er für die Swiss Skills Urlaub in der Rekrutenschule erhalten hatte.

Exaktes Arbeiten war gefragt

An der Schweizer Meisterschaft beteiligten sich zwölf Zimmermannen. Anhand einer Planaufgabe mussten sie zuerst das Projekt ermitteln.

Dieses Jahr war es eine Unterkonstruktion mit einem darüberliegenden Hauptdach und einer gekippten Gaube. Bei der Aufgabe vom Powerzimmermann musste eine Längs- und eine Querholzverbindung erstellt werden.

Millimetergenaues Arbeiten war gefordert, da die Teile modular zusammengestellt werden mussten. Den Teilnehmern standen für die Erstellung des Gesamtobjektes 22 Stunden zur Verfügung. Dieser zeitlich festgesetzte Rahmen war auch die grösste Herausforderung. «Obwohl ich bei der Gaube einen Chnorz hatte, war ich gut in der Zeit drin, da es mir sonst recht gut lief», so Dominik Brülisauer. Er habe während des Wettkampfs ein gutes Gefühl gehabt, dass es für einen vorderen Platz reichen könnte.

Entscheidend für die Rangierung war nicht, wie schnell jemand mit dem Modell fertig war, sondern wie sauber bzw. genau gearbeitet wurde.

Wichtige Lebenserfahrung

Erfreut und stolz zeigt sich der Unterschlatter Urs Dörig in seiner Funktion als Präsident vom Nationalteam Holzbau Schweiz: «Es ist schön zu sehen, dass junge Berufsleute den enormen zeitlichen Aufwand auf sich nehmen, und nicht zuerst fragen, was sie als Gegenleistung bekommen.»

Nebst dem Beweis, wie gut man das Handwerk beherrscht, bringe ein derartiger Wettkampf auch persönliche Erfahrungswerte hervor. Zum Beispiel, wie man mit Druck umgeht oder was für Reaktionen zeitlicher Druck auslöst. Das seien wichtige Lebenserfahrungen für die jungen Berufsleute, die sie vom Wettkampf mit nach Hause nehmen können.

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