Sommer ade...

Ach, was war der Sommer herrlich: tage-, ja wochenlang war die Frage nach der Garderobe schon beantwortet, bevor sie überhaupt gestellt war. Kind: kurze Hose, T-Shirt und blutte Füsse, Mutter: etwas längere Hose, T-Shirt und Sandalen.

Mea Mc Ghee
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Ach, was war der Sommer herrlich: tage-, ja wochenlang war die Frage nach der Garderobe schon beantwortet, bevor sie überhaupt gestellt war. Kind: kurze Hose, T-Shirt und blutte Füsse, Mutter: etwas längere Hose, T-Shirt und Sandalen. Der Gluscht nach Glace konnte zur Genüge gestillt werden, Entzugserscheinungen in der kühleren Jahreszeit scheinen vorprogrammiert. Die Haut präsentiert sich schön angebräunt, die Badetasche wurde zig-mal gepackt, Salat in allen Variationen genossen. Dieser Sommer war wirklich herrlich – mal abgesehen von seinem zögerlichen Start, von nicht abkühlenden und daher schlafraubenden Nächten, von stets sonnencrèmeklebriger Haut. Ach ja, etwas weniger herrlich war auch dies: gefühlte 60mal Enthaarung der Beine, zigfaches Lackieren und Entlackieren von Zehen- und Fingernägeln, UV-strapazierte Haut und ausgebleichte Haare. Die Nase etwas voll habe ich von gemütlichen lauen Abenden auf dem Balkon, untermalt mit Geräuschen aus Nachbargärten und beduftet von auf fremden Grillrosten brutzelnden Würsten. Ach, was war der Sommer herrlich: so herrlich, dass vor lauter herrlichen Tagen irgendwann alle Ideen für Familienausflüge in die Tat umgesetzt waren. Drum freue ich mich nun umso mehr auf einen goldenen Herbst: auf bunt gefärbte fallende Blätter, auf Stare, die sich sammeln, auf Wind und Wetter, auf Sonnenstrahlen über dem Nebelmeer, auf Viehschauen und Olma, auf Jahrmärkte und Marroni. Ach, was wird das für ein herrlicher Herbst.