Skirennen vor der Haustüre

Die Herren-FIS-Riesenslaloms von Montag und Dienstag in Alt St. Johann sind eine Chance für die regionalen Skirennfahrer. Damit sie solche Rennen bestreiten können, sind aufwendige Vorbereitungen notwendig. Die Wettkampforganisation und viele Helfer sind seit Tagen an der Arbeit.

Christiana Sutter
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ALT ST. JOHANN. Die beiden internationalen FIS-Riesenslaloms von Montag und Dienstag auf der Piste «Chueweid» in Alt St. Johann sind nicht nur für die Skirennfahrer wichtig sind, sondern auch für den lokalen Schneesport-Club SSC Toggenburg und den Ostschweizer Skiverband (OSSV). OSSV-Vizepräsident Walter Sonderegger aus Oberegg sagt: «Zum einen ist es wichtig, dass FIS-Rennen in der Schweiz ausgetragen werden. Das gibt für die Schweizer Athleten, und vor allem für die Kaderfahrer aus dem OSSV, mehr Startplätze. Denn die Kontingente im eigenen Land sind höher. Aber auch gegenüber Swiss Ski sind solche Engagements Imagepflege.»

Idealisten und Freiwillige

Für die Organisation eines solchen Grossanlasses sorgt jeweils ein Skiclub. Bereits 1978 organisierte der Skiclub Unterwasser FIS-Rennen sowie ein Europacup-Rennen auf der Piste Holdern. 1994 war der Skiclub Alt St. Johann Organisator von FIS-Slaloms. Dass solche Grossanlässe durchgeführt werden können, werden Idealisten und viele freiwillige Helfer benötigt. Aber genau daran können solche Veranstaltungen scheitern. Das ist auch in der 100-Jahre-Festschrift des St. Johanner-Skiclubs zu lesen. Dort steht, dass es 1978 an Begeisterung fehlte, ein FIS-Rennen zu organisieren. Denn es seien immer dieselben Leute, die sich für solche Arbeiten hergeben. Bereits letzten Winter haben die Obertoggenburger unter der Leitung von Martin Mettler Herren-FIS-Slaloms auf der Piste Hoxperen in Wildhaus organisiert. Die Riesenslaloms von kommendem Montag und Dienstag organisiert der SSC Toggenburg. «Die Mitglieder der Wettkampforganisation kommen grösstenteils aus dem eigenen Club», sagt der OK-Präsident Martin Mettler. Da die Wettkämpfe unter der Woche ausgetragen werden, sind die Organisatoren nicht nur auf Helfer aus den eigenen Reihen angewiesen, sondern auch auf Freiwillige der umliegenden Skiclubs, «und auch die OSSV-Trainer stehen uns zur Verfügung».

Homologierte Piste

Mettler hat als OK-Präsident ein Pflichtenheft, das ihm der Dachverband Swiss Ski ausgehändigt hat. Bereits im ersten Punkt kann man lesen, dass solche Rennen nur an Veranstalter vergeben werden, die über eine geeignete Kunstschneepiste verfügen. Dies ist in Alt St. Johann auf der Piste «Chueweid» seit dem Winter 2007/2008 der Fall. Ein weiterer Punkt ist, dass die Rennstrecke homologiert sein muss. Beispielsweise ist der Höhenunterschied vom Start bis ins Ziel massgebend. Dieser muss zwischen 250 und 450 Metern liegen. Auch die Streckenlänge muss den Vorschriften entsprechen.

Schiedsrichter für die Athleten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit. Norbert Coray, Chef des Nationalen Leistungszentrums (NLZ) Ost, früher bekannt als Interregion Ost, sagt: «Ich werde an den Rennen als Schiedsrichter eingesetzt. Ich vertrete die Interessen der Athleten.» Es sei seine Aufgabe, bei den Vorbereitungen eines Rennens darauf zu achten, dass die Rennpiste den Vorschriften entspreche. Beispielsweise müsse genügend Sturzraum (Schnee) neben den Toren vorhanden sein. «Sollte zu wenig Schnee liegen, müsste eine Verschiebung in Betracht gezogen werden», sagt Coray. Dies wäre im Falle Alt St. Johann die Piste am Ruestelhang. «Ich habe mich bereits vor einigen Tagen umgeschaut und es sieht gut aus», erläutert der NLZ-Chef. Während der Skirennen sind die Torwarte und Streckenposten verantwortlich, dass keine anderen Skifahrer über die Rennpiste fahren. Sollten die Wettervorhersagen recht behalten, werden die Temperaturen ansteigen. Dies kann zur Folge haben, dass die Schneebeschaffenheit darunter leidet. «Dagegen setzten wir punktuell, und nur wenn nötig, Schneehärter ein», sagt der Schiedsrichter.

Der OK-Präsident Martin Mettler ist voller Zuversicht für die kommenden Rennen. Für ihn und seine Helfer ist wichtig, dass der Skinachwuchs aus der Region Skirennen «vor der Haustüre» fahren kann. «Denn das gibt Motivation für die jungen Athleten.»

• Programm Montag: Start zum 1. Lauf, 9.30 Uhr. Start zum 2. Lauf, 13 Uhr. • Programm Dienstag: Start zum 1. Lauf, 9.30 Uhr. Start zum 2. Lauf, 12.15 Uhr. • Preisverleihung 30 Minuten nach Rennschluss bei der Talstation der Sellamatt-Bahn in Alt St. Johann. www.ssctoggenburg.ch