Sind Sie auch keine Dame?

Vor 100 Jahren

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Vor 100 Jahren

29. Januar: Hemberg. Der hiesige Verkehrsverein hat mit seiner Hauptversammlung ein recht günstiges Rechnungsjahr abgeschlossen. Der Sommer 2015 brachte uns recht viele Kurgäste, so dass zeitweise alle Pensionen im Dorf und Umgebung vollbesetzt waren. Im ganzen wurden 3390 Kurtage mit Fr. 11'545.00 Kurgeldern verzeichnet, also doppelt so viel als im Vorjahre. Dazu kommen noch 3 Ferienkolonien und die Ferienheime Tempel und Dreieggli, welch letztere auch gut besetzt waren.

Vor 50 Jahren

31. Januar: Toggenburg. Wie Tausende von anderen Hausfrauen hört auch Annebäbi die glatte Autosendung am Morgen im Radio. Aber nun hat sich Annebäbi über den helvetischen Unfall-Master geärgert. Erzählte da Eugen F. Schildknecht von einem Zwischenfall, bei dem er durch ein falsches Manöver den Wagen, welchen eine Frau lenkte, leicht touchiert und ihm einige Kratzer appliziert hatte. Und dann kam eben das, worüber Annebäbi sich ärgerte. Eugen Schildknecht sagte, diese Frau am Steuer sei halt eine Dame gewesen, eine echte Dame und der gute Eugen konnte sich fast nicht mehr erholen, den Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Frau und einer Dame herauszustreichen. Ist Dame besser als Frau? Können nur Damen freundlich und höflich sein, nett und charmant? Lieber Geni, loben Sie doch charmante Frauen und nicht nur die Damen. Sie wissen doch: von Damen ist das Wort dämlich abgeleitet und von Frau fraulich, und es ist doch für die Schweizerin erstrebenswerter, fraulich zu sein, statt dämlich zu sein oder? Und auch für Annebäbis Ehemann ist's besser, er sei ein Schweizer Mann und nicht ein Schweizer Herr. Allerdings: von Mann leitet sich männlich ab und von Herr herrlich. Und die Schweizer Männer, inklusive Eugen F. Schildknecht, sind halt einfach herrlich.

Vor 20 Jahren

1.Februar: Wattwil/Krinau. Beim Absturz eines Helikopters des Typs «Ecureuil AS 350» des kommerziellen Flugunternehmens «Lions-Air» im unwegsamen Gebiet der Chrüzegg, Gemeindegrenze Wattwil-Krinau, sind vier Personen ums Leben gekommen. Kurz vor 15.00 Uhr beobachtete ein Bewohner des Weilers Altschwil, wie ein Helikopter im Gebiet Chrüzegg zwischen Älplispitz und Geisschopf abstürzte. Das Absturzgebiet ist sehr unwegsam, abgelegen und steil. Der Helikopter ist aus bisher unbekannten Gründen auf der Krete in Bäume geflogen und anschliessend mehrere hundert Meter in ein Tobel gestürzt. Die mit drei Passagieren – Geschäftsleuten aus Zürich und Holland – und dem Piloten besetzte Maschine war in Kloten mit Ziel Amriswil gestartet. Der Retourflug wäre auf der gleichen Route vorgesehen gewesen. Die Abweichung von der ursprünglichen Flugroute ist Gegenstand von Untersuchungen.

Vor 10 Jahren

31. Januar: Wattwil/Krinau. Ein gravierender Pilotenfehler führte zum Tod von vier Insassen. Was genau passiert war, fand man erst nach und nach heraus. Eine dicke Hochnebelschicht lag an jenem 31. Januar im Toggenburg. Zwischen 1000 und 1400 Höhenmetern betrug die Sichtweite weniger als 50 Meter. Der sechsplätzige Helikopter flog aus dem unteren Toggenburg Richtung Zürichsee und wollte die Krete nahe bei der «Chrüzegg» überfliegen. Der auch im dichten Nebel im Sichtflug navigierende Pilot flog zu tief auf den Grat zu, touchierte die obersten Bäume, der Helikopter stürzte den steilen Hang in das Rumpftal hinunter, fing Feuer und brannte vollständig aus. Der Bericht der Flugunfallkommission erschien eineinhalb Jahre nach dem Unglück im Juni 1997. Er führte den Unfall auf einen Pilotenfehler zurück.