Simon Lüthi (1955–2015)

Simon Lüthi wurde am 4. August 1955 als drittes Kind von Elise und Hans Lüthi im oberen Steinenbach in Ebnat-Kappel geboren. Die Jugend verbrachte Simon auf dem elterlichen Bauernhof zusammen mit seinen Geschwistern. Simon reiste in die Ferien ins Emmental zu den Grosseltern.

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Simon Lüthi sen. (Bild: pd)

Simon Lüthi sen. (Bild: pd)

Simon Lüthi wurde am 4. August 1955 als drittes Kind von Elise und Hans Lüthi im oberen Steinenbach in Ebnat-Kappel geboren. Die Jugend verbrachte Simon auf dem elterlichen Bauernhof zusammen mit seinen Geschwistern. Simon reiste in die Ferien ins Emmental zu den Grosseltern. Dort gab es Schwyzerörgelis, und die ersten Melodien lernte er so leicht, dass schon beim kleinen Bub sein gutes Musikgehör auffiel. Da auch seine Eltern Freude an der Musik hatten, kauften sie zwei Schwyzerörgeli und eine Bassgeige. Nach Handorgelstunden brachte er sich selbst viele volkstümliche Musikstücke bei. Zusammen mit Vater, Bruder und Fredli Lüthi durfte er in einer Fernsehsendung von Wysel Gyr auf dem Iltios mitwirken. Mit 18 Jahren und nach dem Besuch der Landwirtschaftlichen Schule in Flawil 1974 musizierte er mit Leib und Seele in der Kapelle Echo vom Speer. Auch Singen, Naturjodel, Tanzen, Bödelä und Chlefele lagen ihm am Herzen. Für die Trachtengruppen Ebnat-Kappel, Nesslau, Flawil, Urnäsch und Schönengrund lernte er das Spielen der Trachtentänze. Mit seiner Formation Echo vom Speer erfreute sich Simon in den Siebzigerjahren einer tollen Zeit. 1979 liess er sich in der Firma Alder und Eisenhut in Ebnat-Kappel in der Schreinerei anstellen. Er blieb der Firma bis 1990 treu. In der Trachtengruppe lernte Simon seine Frau Margrit Frick kennen. Am 23. Mai 1981 läuteten in Lütisburg die Hochzeitsglocken. Im Steinenbach fand das junge Paar ihr Zuhause, und mit Simon, Claudia und Mathias entsprossen der Ehe drei gesunde Kinder.

Da sich 1990 die Formation Echo vom Speer auflöste, gründete er das Ländlertrio Tanzboden, und die Freude der Musik sprang auf die Kinder über. Daraus entstand seine eigene Familienkapelle Lüthi mit Mutter, Vater und den Kindern. Später resultierte daraus das Ländlerquartett Tanzboden. Mit seinem Markenzeichen, dem weinroten Lismer und dem halboffenen Hemd war er immer der ruhende Pol in der Gruppe. Als Landwirt verrichtete Simon Arbeiten in der Umgebung von Staub, vielfach ohne Staubschutz. Ob in der Schreinerei, im Heustock oder beim Abbruch von alten Kaminen im Haus – allzu gerne gab er jeweils den Spruch «Da goht scho ase» mit einem Lächeln von sich.

Schleichend machten sich Jahr für Jahr die Konsequenzen bemerkbar. Es wurde ihm klar, dass auch er als kerngesunder Mensch nicht unverwundbar war. Am 4. August letzten Jahres feierte er im Kreise seiner Familie den 60. Geburtstag. Doch bereits in der Geburtstagsnacht ereilte ihn eine Grippe, welche eine Lungenentzündung zur Folge hatte. Ein vierwöchiger Spitalaufenthalt wurde fällig. Riesig war die Dankbarkeit, als er wieder zu Hause sein durfte. Die allergrösste Freude neben der Musik bereiteten ihm die drei Grosskinder Marisa, Eliane und Jana.

Am 25. Dezember 2015 hatte Simon am Frühschoppen in Steckborn seinen letzten öffentlichen Auftritt.

Lieber Simon. Der Schmerz und die Lücke sind gross, aber wir sind dankbar für alles, was wir mit dir erleben durften, und behalten dich als wunderbaren, gütigen und humorvollen Menschen in Erinnerung.