Seuchenprävention
Vorbereiten für den Ernstfall: In Ausserrhoden wurde die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche geübt

Sollte die Maul- und Klauenseuche ausbrechen, will die Internationale Tierseuchegruppe vorbereitet sein. Kürzlich fand die jährliche Übung auf zwei Schafhaltungen in Appenzell Ausserrhoden statt. Ziel ist die rasche Eindämmung der hochansteckenden Viruskrankheit.

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Die Tierseuchengruppe arbeitet auf dem Schadenplatz in Schutzbekleidung.

Die Tierseuchengruppe arbeitet auf dem Schadenplatz in Schutzbekleidung.

Bild: pd

Die Schweiz ist zurzeit frei von der Maul- und Klauenseuche. Sollte die hochansteckende Viruserkrankung aber einst ausbrechen, so müssen die kantonalen Veterinärdienste zügig handeln, um eine Weiterverbreitung zu verhindern. Jederzeit ist mit einem solchen Einsatz zu rechnen. Ziel ist die rasche Eindämmung der hochansteckenden Viruskrankheit.

Ein zentrales Element ist dabei die Internationale Tierseuchengruppe der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und des Fürstentums Liechtenstein. Sie veranstalten jährlich Wiederholungskurse, dieses Jahr wurde auf zwei Schafhaltungsbetrieben in Appenzell Ausserrhoden, wie sie am Mittwoch mitteilte. Im Kurs übte die Gruppe realitätsnah die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt.

Maul- und Klauenseuche in zwei Schafbeständen simulieren

Würde die Maul- und Klauenseuche ausbrechen, wären per Tierseuchengesetzgebung grundsätzlich die Kantone für die Bekämpfung von hochansteckenden Krankheiten zuständig. Die Internationale Tierseuchengruppe kann aber im Auftrag des zuständigen Veterinärdienstes zur Unterstützung beigezogen werden. Die Spezialgruppe bringt moderne Einsatzmittel mit und untersteht im Einsatz fachlich einer amtlichen Tierärztin oder einem amtlichen Tierarzt.

Die Gruppe sperrte für die Übung den betroffenen Betrieb ab.

Die Gruppe sperrte für die Übung den betroffenen Betrieb ab.

Bild: pd

Die Mitglieder der Tierseuchengruppe rekrutieren sich aus dem Zivilschutz der beteiligten Kantone sowie Gemeinde- und Landesangestellten aus dem Fürstentum Liechtenstein. Im jährlichen Wiederholungskurs wurde der zeitliche Ablauf so realitätsnah wie möglich gestaltet, jedoch auf die Tötung von Tieren verzichtet.

Auf Keulung wurde in der Übung verzichtet

Im Ernstfall würde eine amtliche Tierärztin oder ein amtlicher Tierarzt den Verdacht vor Ort abklären und vorsorgliche Sofortmassnahmen treffen. Wird dieser Verdacht durch ein Labor bestätigt, muss die Kantonstierärztin oder der Kantonstierarzt zum Schutz von anderen Nutztierbeständen die sofortige Tötung des ganzen Bestandes auf dem betroffenen Betrieb anordnen. Für diese sogenannte Keulung kann die Tierseuchengruppe zur Unterstützung beigezogen werden.

Im Wiederholungskurs in Appenzell Ausserrhoden wurde auf die Keulung verzichtet. Stattdessen wurden die Mitglieder der Tierseuchengruppe zum schonenden Umgang mit den Schafen geschult. Die Gruppe sperrte den betroffenen Betrieb ab, half bei der Handhabung der Tiere und reinigte und desinfizierte das Gehöft zum Schluss gründlich. Die Tierkadaver würden im Ernstfall durch die TMF Extraktionswerk AG unschädlich entsorgt. (pd/ssd)

Allfällige Tierkadaver werden durch die TMF Extraktionswerk AG unschädlich entsorgt.

Allfällige Tierkadaver werden durch die TMF Extraktionswerk AG unschädlich entsorgt.

Bild: pd