Senioren helfen Senioren

Die Pro Senectute Wil & Toggenburg schloss das Jahr 2015 mit einem Gewinn ab. Auch konnten viele neue Freiwillige gewonnen werden. In den nächsten Monaten sind einige neue Angebote geplant, eines zum Thema Demenz.

Chris Gilb
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Jean-Pierre Sutter und Peter Baumgartner vor dem neuen Informationsbus, mit dem die Pro Senectute seit letztem Jahr an Anlässen teilnimmt. (Bild: Chris Gilb)

Jean-Pierre Sutter und Peter Baumgartner vor dem neuen Informationsbus, mit dem die Pro Senectute seit letztem Jahr an Anlässen teilnimmt. (Bild: Chris Gilb)

WIL. Lange hat die Pro Senectute Regionalstelle in St. Gallen auch gleichzeitig als kantonale Informationsstelle des Vereins für Demenz fungiert. Dies ändert sich jetzt. «Demenz ist ein immer grösseres Thema. Wir haben festgestellt, dass vielen Menschen in den Regionen das kantonale Angebot in St. Gallen nicht bekannt war, deshalb werden jetzt regionale Stellen eröffnet», sagt Peter Baumgartner, Vorsitzender der Stellenleitung der Pro Senectute Wil & Toggenburg.

Zur Hälfte selbst Senioren

Ab Herbst werde die Pro-Senectute-Stelle in Zusammenarbeit mit der Alzheimervereinigung gleichzeitig als regionale Informationsstelle für Demenz fungieren. «Wir haben das Glück, dass wir dafür kompetente Personen schon im bestehenden Team haben. Diese erhalten allenfalls noch eine zusätzliche Schulung.» Während der Büroarbeitszeiten sollen Interessierte anrufen können, um Rat zu erhalten. Vor Ort können sie sich dann auch mit Informationsmaterial eindecken. Auch ein weiteres Angebot werde in den nächsten Monaten lanciert. «Gemeinsam mit der Stadtbibliothek Wil eröffnen wir ab diesem Sommer einen Ausleihservice für Senioren», sagt Baumgartner. Senioren, denen es nicht mehr möglich sei, ihr Buch persönlich auszuleihen, werde es von Freiwilligen der Pro Senectute nach Hause gebracht und anschliessend auch wieder abgeholt. Die grosse Anzahl an Freiwilligen sei sowieso das Kapital der Pro Senectute. Die Hälfte dieser Freiwilligen seien selbst Senioren. «Das Rentenalter kann in zwei Etappen unterteilt werden. In ein gesundes Alter und in ein gebrechliches, pflegebedürftiges», sagt Jean-Pierre Sutter, Präsident des Regionalkomitees der Pro Senectute. Er selbst stünde gerade an der Schwelle zum gebrechlichen Alter. Senioren der ersten Gruppe würden vermehrt als Freiwillige von Pro Senectute Senioren aus der zweiten Gruppe unterstützen. Auch unter den zehn Prozent zusätzlichen Freiwilligen, in Zahlen 29, welche die Pro Senectute Wil & Toggenburg im letzten Jahr gewinnen konnte, seien viele Senioren. Ein weiterer Erfolg, nebst der Freiwilligen-Rekrutierung, sei das neue Sonntagsangebot in der Regionalstelle Wattwil: «Seit letztem Jahr wird dort zweimal im Monat ein gemütliches Zusammensein für Senioren am Sonntag organisiert, das gut ankommt», sagt Peter Baumgartner. Zufrieden sind die Verantwortlichen auch mit der Bilanz 2015. «Dank mehreren Legaten können wir sogar einen kleinen Gewinn von 1500 Franken ausweisen», sagt Sutter.

Vereinbarungen abschliessen

Ein Ziel der regionalen Pro Senectute werde in nächster Zeit sein, zusätzliche Leistungsvereinbarungen mit Gemeinden abzuschliessen, wie sie etwa schon in Wil bestehen. «Der Vorteil von Pro Senectute ist, dass das Angebot erstens günstig ist und zweitens unsere Helfer oftmals nach dem Einsatz auch noch auf eine Tasse Café bleiben», sagt Sutter.

Viele Senioren werden aber auch von ihren Angehörigen gepflegt, auch diese will die Pro Senectute unterstützen. «Wir planen in nächster Zeit die Einführung eines Coaching-Angebotes für Menschen, die ihre Verwandten pflegen. Diesen soll gratis für einige Zeit ein Coach zur Verfügung stehen, der ihnen praktische Tips geben kann», sagt Sutter. «Sie brauchen konkrete Unterstützung in dieser anspruchsvollen Tätigkeit.»