Schwende-Rüte
Mit der Politik noch nicht fertig: Bruno Huber tritt als Hauptmann zurück

Der regierende Hauptmann von Schwende-Rüte wird an der Bezirksgemeinde am 7. Mai zurücktreten. Er will sich auf die Arbeit, den Sport und das private Umfeld konzentrieren. Mit der Politik hat er noch nicht abgeschlossen.

Selina Schmid
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Bruno Huber will sich dem Sport und seinem privaten Umfeld widmen.

Bruno Huber will sich dem Sport und seinem privaten Umfeld widmen.

Bild: Tobias Garcia

Bruno Huber tritt als regierender Hauptmann von Schwende-Rüte zurück. Der Bezirk gab dies in einer kurzen Meldung am Donnerstag bekannt. Huber sagt am Freitag: «Der Weg ist frei für eine neue, treibende Kraft, welche die Geschicke des grössten Bezirks Innerrhodens massgeblich mitbestimmen will.» Am 7. Mai wird die Bezirksgemeinde eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählen.

Im April 2022 vollendete die Landsgemeinde die historische Fusion der beiden Bezirke Rüte und Schwende. Im August sagte Huber gegenüber der «Appenzeller Zeitung», dass er sein Amt als Hauptmann niederlegen werde, wenn der Bezirk eingespielt ist – ganz nach dem Leitspruch «servir et disparaître». Das sei nun der Fall, so Huber: «Nach anfänglichen, aber erwarteten Schwierigkeiten funktioniert der Bezirk aus meiner Sicht recht gut.»

Intensive Zeit als Hauptmann

Seit 2014 trägt er das Amt des regierenden Hauptmanns im Bezirk Rüte. Huber habe sich der Fusion verpflichtet gefühlt und sich darum am 1. Mai 2022 für das Amt des Hauptmannes zur Verfügung gestellt, sagt er. Seit gut acht Monaten ist er im Amt. Es sei eine intensive Zeit gewesen, so Huber. «In dieser Zeit konnten die Weichen betreffend Organisation und Prozesse für eine gedeihliche Zukunft gestellt werden.» Noch müssen Feinanpassungen vorgenommen werden, was bis zur nächsten Bezirksgemeinde erledigt sein sollte, so Huber. «Es ist auch der richtige Zeitpunkt, um mich künftig den gestiegenen Anforderungen in meinem Berufsleben zu stellen.»

Die politische Karriere Hubers endet am 7. Mai nicht. Huber sagt, dass er sich eine weitere Legislatur als Grossrat vorstellen kann, sofern die Wählerinnen und Wähler das wollen. «Der zeitliche Aufwand für das Grossratsamt ist im Gegensatz zum Amt als regierender Hauptmann deutlich bescheidener.»

Keine Kandidatur für Standeskommission

Ob er für die Standeskommission kandidieren will, verneint Huber klar. 2019 hatte er sich für das Amt des Landammannes beworben und verlor knapp gegen Roland Dähler. Huber ist überzeugt: «Ich hätte sehr viel Gutes für den Kanton leisten können.» Die Niederlage vor der Landsgemeinde verbunden mit der Demission als Hauptmann ermögliche dafür, sich auf seine persönlichen und beruflichen Bedürfnisse zu konzentrieren. «Das werte ich äusserst positiv.»

Nach dem Rücktritt will Bruno Huber sich auf seine Arbeit als Geschäftsführer der Regiobus AG in Gossau konzentrieren. Er will mehr Zeit dem Sport und seinem privaten Umfeld widmen. Im Mai wird er eine Woche lang mit dem Rennrad in Kroatien unterwegs sein.