Schon heute interkantonale Kooperation

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Kantonsrat Eine Zusammenarbeit von Spitälern über Kantons- und Landesgrenzen hinweg könnte volkswirtschaftlich sinnvoll und gewinnbringend für die beteiligten Partner ausgestaltet werden. Das halten die CVP-Kantonsräte Mathias Müller (Lichtensteig), Andreas Widmer (Mühlrüti) und Thomas Warzinek (Mels) in einer Interpellation fest, die sie im Februar eingereicht haben. Seit 2012 gebe es wegen der neuen Spitalfinanzierung im Spitalwesen einen Verdrängungswettbewerb. Dieser bedrohe kleine Spitäler erheblich, schreiben die Interpellanten in der Begründung. Sie fragen, ob die kantonale Strategie für das Gesundheitswesen eine Ausweitung des Versorgungsgebietes über die Kantonsgrenzen zulässt. Weiter wollen sie wissen, welche Formen der Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen bestehen. Sodann erkundigen sie sich, wie sich diese Zusammenarbeit entwickelt hat.

Zusammenarbeit schafft neue Angebote

Nun liegt die Antwort des Regierungsrats vor. Er räumt ein, dass die Spitäler im ganzen Land vor grossen Herausforderungen stehen. Die Folge sei eine Konsolidierung im Spitalwesen und eine Konzentration der Angebote. Man könne die Wettbewerbsposition stärken, indem man Spitalgruppen schaffe. Spitalgruppen könnten auch ihre Leistungen besser auf die Patientenströme ausrichten. Die Zukunft der Spitäler liege nach Ansicht der Experten in Verbundlösungen. Der Kanton habe früh eine eigene Verbundlösung realisiert. Die St. Galler Spitalverbunde arbeiteten untereinander und mit anderen Spitälern zusammen, schreibt der Regierungsrat. Weiter hält er fest, dass die Strategie der St. Galler Spitalverbunde es erlaubt, das Versorgungsgebiet auszuweiten. Die St. Galler Spitalverbunde arbeiten laut Regierungsrat schon heute in ausgewählten Bereichen mit ausserkantonalen Spitälern zusammen. Namentlich führt der Regierungsrat das Spital Appenzell, den Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden, die Spital Thurgau AG, die Kantonsspitäler von Glarus und Graubünden, das Universitätsspital Zürich, die Regio 144 AG sowie das Radiotherapiezentrum in Rüti (ZH) auf. Die Zusammenarbeit ermögliche es, Angebote beizubehalten oder neue Angebote zu schaffen, die sonst zu teuer seien.

Keine Angaben zu Inhalt und Ergebnissen

Der Regierungsrat habe Partnerschaften zwischen den Spitälern Linth und Männedorf sowie zwischen der Spitalregion Rheintal-Werdenberg-Sarganserland und dem Liechtensteinischen Landesspital Vaduz geprüft. Beide Kooperationen kamen aus unterschiedlichen Gründen nicht zustande. Der Regierungsrat finde, dass die Unternehmen zuständig sein sollten, Kooperationsgespräche zu führen. Zugleich hält der Regierungsrat fest, dass es einen Austausch zwischen den Regierungsräten von St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden gegeben hat. Zum Inhalt und zu Ergebnissen dieses Austausches ist in der Interpellationsantwort allerdings nichts zu finden. (mkn)