Schmales Kader als Handicap

In der 3. Liga haben die Frauen der BSG Vorderland am Wochenende gleich zwei Spiele bestritten. Sie taten dies ohne nominelle Torhüterin.

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Zum Auftakt der Doppelrunde gastierten die Vorderländerinnen in Weinfelden. Sie traten ohne nominelle Torhüterin an. Da mit Petra Graf und Mirjam Bänziger zwei weitere Stammspielerinnen fehlten, konnte gegen den vermeintlichen Aussenseiter kein Selbstläufer erwartet werden. Die BSG begann vielversprechend, aber es waren die Gastgeberinnen, welche die ersten Tore erzielten. Mit den besseren Einzelspielerinnen bestückt, wurde das Resultat zwar wieder ausgeglichen, aber viele technische Fehler und Unkonzentriertheiten in der Abwehr erlaubten es den Thurgauerinnen, bis zum 7:6 die Führung zu behaupten. Dann gelangen Malina Kellenberger einmal mehr drei Tore in Folge, und so konnten die Appenzellerinnen erstmals einen 2-Tore-Vorsprung erarbeiten. Aber auch diese Führung brachte keine Ruhe und Ordnung ins Spiel der Gäste, so dass es bei einem bescheidenen Spielstand von 9:11 in die Garderoben ging. In der zweiten Hälfte konnten die Appenzellerinnen die Führung sukzessive ausbauen. Letztlich resultierte ein 26:16-Erfolg.

Am folgenden Tag stand das Derby gegen Goldach-Rorschach an. Die BSG musste wiederum mit Feldspielerin Anna Dietz im Tor und mit drei 15-Jährigen auf der Bank antreten. Die Motivation und der Wille waren aber gross. Das Heimteam startete verheissungsvoll ins Spiel und legte gleich zwei Tore vor. Den mit grossem Einsatz kämpfenden Vorderländerinnen gelang es, bis zur Pause einen kleinen Vorsprung zu verteidigen.

Mit einem überraschenden, verdeckten Wurf eröffnete Gioia Bolter die zweite Hälfte, die der ersten in Sachen Attraktivität und Kampf in nichts nachstehen sollte. Beide Teams vermochten ihre zahlreichen Fans mit tollen Aktionen zu begeistern. Zweimal noch wechselte die Führung, ehe in der 52. Minute beim Stand von 17:17 die Weichen endgültig gestellt wurden.

Mit schönen Auslösungen gelang es den Gästen, sich mit drei Toren abzusetzen. Die aufopferungsvoll kämpfenden BSGlerinnen wollten, aber konnten nicht mehr reagieren. Zu gross war das Handicap des schmalen Kaders und der Wille des Gegners, dieses Spiel nicht mehr aus der Hand zu geben. Die Niederlage tut weh. Aber die Erkenntnis, unter diesen Umständen dem Gruppenfavoriten alles abverlangt zu haben, lässt der BSG die Zuversicht, in dieser Gruppe weiterhin eine wichtige Rolle einzunehmen. (jj)