Sanierung Kläranlage Tüfi abgeschlossen

Im August 2014 begannen in der Kläranlage Tüfi Wald-Schönengrund die ersten Sanierungs- und Umbauarbeiten. Die Arbeiten kosteten rund 1,3 Millionen Franken. Am Freitagabend war die Bevölkerung eingeladen, die erneuerte Anlage zu besichtigen.

Martin Schneider
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Urs Bischofberger besichtigt zusammen mit Vreni Wild die umgebaute und sanierte Kläranlage. (Bild: mas)

Urs Bischofberger besichtigt zusammen mit Vreni Wild die umgebaute und sanierte Kläranlage. (Bild: mas)

SCHÖNENGRUND. Nach eineinhalb Jahren kamen die Sanierungs- und Umbauarbeiten in der Kläranlage Tüfi Wald-Schönengrund, die parallel zum laufenden Betrieb vollzogen werden mussten, zu einem Ende. Im Zentrum standen die Erneuerung der Elektrik sowie eine neue Steuerung für die Anlage. Beide Posten wurden komplett erneuert. «Geschätzt haben wir alleine zehn Kilometer Kabel neu verlegt», sagte einer der beteiligten Elektriker während der Führung.

Trennwand im Vorklärbecken

Ebenfalls verbessert wurde die Infrastruktur im Vorklärbecken, welches in die Abschnitte Hauptbelüftung, Nachbelüftung und Denitrifikation gegliedert ist. In diesem wird das Wasser mittels Bakterien von Verunreinigungen befreit. «Früher bestand dieses Becken nur aus einer Strasse, was uns bei Revisionsarbeiten vor Probleme stellte», sagte Urs Bischofberger, einer der beiden Kläranlagenwärter. «Dank des Einbaus einer Trennwand in das Becken haben wir nun zwei Strassen, und wir können bei Bedarf einen Teil des Beckens komplett entleeren und Revisionen tätigen.» Damit die Bakterien im Vorklärbecken überleben können, ist die Zufuhr von Sauerstoff nötig. Vor dem Umbau konnte die Sauerstoffzufuhr in den einzelnen Abschnitten des Vorklärbeckens nicht reguliert werden. «Dies führte dazu, dass teilweise zu viel Sauerstoff dem Wasser zugeführt und damit zu viel Energie verbraucht wurde.» Mit der Sanierung schaltet sich die Zufuhr pro Beckenabschnitt erst ein, wenn der Sauerstoffgehalt unter den Wert von zwei Milligramm pro Liter Wasser fällt. Damit wird dem Wasser lediglich die Menge an Sauerstoff zugeführt, welche die Bakterien effektiv benötigen. Im Rahmen der Arbeiten wurde die Kläranlage mit einem neuen Rechen versehen, der als erstes grobe Verunreinigungen wie Papier oder Tampons aus dem Wasser herausnimmt. Das Rührwerk im Vorklärbecken sowie die mechanischen Anlagen im Nachklärbecken wurden ausgetauscht. Für die Arbeiten im Nachklärbecken war es nötig, das Becken vollständig zu entleeren, wodurch eine Menge Schlamm verlorenging. «Einen gewissen Teil des Schlammes, den sogenannten Rücklaufschlamm, braucht es in der Anlage, damit der Reinigungsprozess vonstatten gehen kann», erklärte Urs Bischofberger. Aktuell befände sich im Kreislauf etwas zu wenig Schlamm, und es brauche nun etwas Zeit in Betrieb, bis der Anteil an Schlamm im Wasser wieder das normale Niveau erreicht habe.

Kostendach eingehalten

Die Kosten für die Arbeiten wurden in einem Voranschlag auf 1,3 Millionen Franken berechnet. «Wir gehen aber aktuell davon aus, dass wir mit den Kosten unter diesem Voranschlag bleiben werden», antwortete Vreni Wild, Präsidentin des Abwasserverbandes Wald-Schönengrund, auf die Frage nach den finanziellen Aufwendungen.