Sanierung
Urnäsch erhält ein neues Herz: Aus der «Taube» wird «Dorfplatz ­– Gasthaus und Metzgerei»

Ende Januar 2022 verlassen Ursi und Niklaus Frischknecht die «Taube» Urnäsch. Ihre Nachfolger Fränzi und Peter Signer-Frick haben mit der Liegenschaft einiges vor.

Karin Erni
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Niklaus und Ursi Frischknecht mit den neuen Besitzern Fränzi und Peter Signer vor der «Taube» Urnäsch.

Niklaus und Ursi Frischknecht mit den neuen Besitzern Fränzi und Peter Signer vor der «Taube» Urnäsch.

Bild: Jürg Bühler

Zuerst dies: Die Urnäscherinnen und Urnäscher müssen nicht auf gutes Fleisch und Wurstwaren verzichten, wenn die Metzgerei Taube Ende Januar ihre Türen schliesst. Die neuen Inhaber Fränzi und Peter Signer-Frick vom «Ochsen» Schönengrund eröffnen per 1. Februar in der ehemaligen Metzgerei Löwen an der Unterdorfstrasse ein Provisorium, das so lange in Betrieb ist, bis die Liegenschaft Taube fertig saniert ist.

Abläufe vereinfachen und Synergien nutzen

Die neuen Besitzer wollen den Betrieb am Dorfplatz komplett neu aufgleisen. Das Restaurant, das künftig nur noch im Tagesbetrieb geführt wird, soll ins Erdgeschoss verlegt werden. Das ergebe Synergien mit dem Ladengeschäft und auch die Bedienung der Gartenwirtschaft soll vereinfacht werden, so Peter Signer. «Die Küche kommt in die ehemaligen Produktionsräumlichkeiten, die nicht mehr benötigt werden», erklärt der Metzger. «Wir schlachten in Schönengrund in unserem eigenen Lokal Tiere aus der Region und haben im Dorfzentrum moderne Verarbeitungs- und Lagerräume für unsere Fleisch- und Wurstspezialitäten. Von dort beliefern wir unsere Standorte im Landiladen und in Urnäsch mit den Produkten.» Der Betrieb wird nach dem Umbau in Urnäsch 20 bis 22 Angestellte beschäftigen.

Mehr Zimmer dank Saalumbau

Im neuen Restaurant Dorfplatz soll eine gutbürgerliche Küche gepflegt werden. Eine Hauptrolle spielen naturgemäss Fleischgerichte. Das ehemalige Restaurant im ersten Stock wird zum Frühstücksraum für die Hotelgäste. Diese können neu auch ausserhalb der Öffnungszeiten mit einem Selbstbedienungssystem einchecken. Die Zimmer werden renoviert und sollen sich dereinst in zeitgemässem Stil präsentieren. «Wir müssen viel machen, denn die Bausubstanz ist alt und die Räume sind ringhörig», sagt Signer. Dank des Umbaus des Saals umfasst das Angebot acht Zimmer mit 28 Schlafplätzen.

Ein Lift erschliesst neu die oberen Stockwerke, was den Betrieb zukunftsfähig macht. Die Bauherren haben frühzeitig die Denkmalpflege ins Boot geholt, um eine Lösung zu finden, die verträglich mit dem geschützten Ortsbild ist. Den Gastbetrieb soll eine langjährige Angestellte führen, der Chef wird in der Metzgerei die Kunden bedienen. Das Baugesuch sei eingereicht, sagt Peter Signer. «Wir hoffen, im März beginnen zu können und rechnen mit rund acht Monaten Bauzeit.»

Goldmedaillen und Bestnoten für Appenzeller Produkte

Peter Signer, der Inhaber der Metzgerei Ochsen im Schönengrund, hat sich mit den drei geschützten Appenzeller Produkten Mostbröckli, Pantli und Siedwurst dem Qualitätswettbewerb des Schweizerischen Fleischfachverbandes gestellt. Bei diesem alle zwei Jahre durchgeführten Wettbewerb legen die Teilnehmer ihre Erzeugnisse einer Prüfungskommission zur Beurteilung vor. Die Produkte werden anonymisiert, damit die Experten neutral und unvoreingenommen urteilen können. Das erfreuliche Ergebnis: Alle drei Appenzeller Produkte der Metzgerei Ochsen wurden nicht nur mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, sondern erhielten sogar die maximale Punktzahl. (pd)