Rösli lernt fliegen

Im Spind von Rösli Läderach hängt seit neuestem, nebst der Arbeitsschürze, ein Überschallkombi.

Martin Hüsler
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Bild: Martin Hüsler

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Im Spind von Rösli Läderach hängt seit neuestem, nebst der Arbeitsschürze, ein Überschallkombi. Rösli Läderach gehört zur Reinigungsequipe der Bundesverwaltung und macht schwergewichtig im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sauber. Seit dem peniblen und von den Schnitzelbänklern allerorten weidlich ausgeschlachteten Vorfall im Zusammenhang mit der Luftwaffe, die offenbar ausserhalb der Bürozeiten nicht einzugreifen imstande ist, sind im VBS Bestrebungen in Gang gekommen, die eine solche Peinlichkeit künftig ausschliessen. Zwar will man von einer Verfügbarkeit der Piloten rund um die Uhr noch immer Abstand nehmen. Aber es sind Alternativen evaluiert worden. Dabei nahm die kühne Idee Gestalt an, jene Leute einsatztauglich zu machen, die nach Büroschluss ohnehin noch in den VBS-Räumen zugange sind, das Reinigungspersonal also. Bedenken seitens der Sicherheitspolitischen Kommission, der Umgang mit einer F/A-18 sei nun doch ein paar Nummern anspruchsvoller als die Bedienung eines Putzgerätes, wurden mit dem Hinweis zerstreut, es sei allemal besser, wenn in Schnellkursen ausgebildetes Personal in brenzligen Situationen die helvetische Lufthoheit sichere, als dass gar kein Flugzeug aufsteige. Und eine gewisse abschreckende Wirkung sei auch unter behelfsmässigen Umständen gegeben. So vertauscht denn nun Rösli Läderach zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen nach getanen Reinigungsverrichtungen jeweils die Schürze mit dem Kombi und tastet sich – vorläufig noch im Simulator – an all die aviatischen Gegebenheiten heran. Sobald sie als tauglich für den Ernstfall eingestuft wird, erfolgt ihr Aufrücken in die sogenannte «Pikettgruppe Feierabend». Guten Flug, Rösli!