Regionalfussball
Urnäsch, das Hinterländer Derby und der FC St.Gallen: Der «Traum-Mätsch» ist kurz zurück

Der Viertligist Urnäsch verliert bei der zweiten Mannschaft Herisaus 1:2. Auch der FC St.Gallen ist bei Hinterland-Regionalderby ein Thema.

Lukas Pfiffner
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Urnäschs Torhüter Manuel Ammann klärt gegen Herisau-Stürmer Benjamin Rufati.

Urnäschs Torhüter Manuel Ammann klärt gegen Herisau-Stürmer Benjamin Rufati.

Bilder: Lukas Pfiffner

«Raus, raus!», ruft Urnäschs 4.-Liga-Torhüter Manuel Ammann immer wieder. Sein Team gerät gegen Herisaus zweite Mannschaft anfangs unter Druck. «Wir bewegen uns nicht, kein bisschen!» Mittelfeldspieler Kevin Gülünay formuliert seine Analyse nach gut 20 Minuten für die Kollegen laut und deutlich. Auf dem Herisauer Ebnet läuft das einzig mögliche Appenzeller Hinterland-Derby. Es ist ein Spiel mit einer Vorgeschichte.

Als die Urnäscher Mannschaft im Mai für die Doku-Serie zum «Traum-Mätsch» gegen den FC St.Gallen im Champions-League-Studio des Senders Blue Sport zu Gast war, wurde das letzte Resultat bei Moderator Roman Kilchsperger zum Thema. «Ein 0:2 gegen Herisau 2, da steht es um euch nicht gut …», kritisierte er kopfschüttelnd – wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Die Reaktion: Vor dem «Traum-Mätsch» auf dem Sportplatz Feld überraschten die Verantwortlichen des FC Urnäsch Kilchsperger, indem sie ihm ein ziemlich altes FC-Herisau-Trikot mit der Nummer 2 überreichten. Vielleicht werde er einmal vorbeischauen, meinte er.

Dafür ist der FCSG präsent

Kevin Gülünay (Mitte) und Domenik Bieg können Herisaus Mark Zuberbühler nicht am Schuss hindern.

Kevin Gülünay (Mitte) und Domenik Bieg können Herisaus Mark Zuberbühler nicht am Schuss hindern.

Urnäschs Trainer Georg Gülünay sagt, er werde schon noch ab und zu auf den «Traum-Mätsch» angesprochen. Grundsätzlich sei dieser allerdings weit weg. Roman Kilchsperger taucht in der halben Hundertschaft an Zuschauern nicht auf. Der FC St.Gallen dagegen schon – in Form von Resultatmeldungen auf dem Handy: Das Super-League-Spiel gegen Servette beginnt an diesem Sonntag auf die Minute gleichzeitig. Wie der FCSG kann Urnäsch auf «eine sehr gute Goalieleistung» zählen (so formuliert es der Trainer): Manuel Ammann wehrt mehrmals hervorragend ab gegen die drei Herisauer Stürmer, die das Spiel zunächst prägen. Wie die Grünweissen im Kybunpark gerät Urnäsch kurz vor der Pause korrekterweise in Rückstand, als Benjamin Rufati in der nahen Ecke Erfolg hat. In der ersten Halbzeit sei die Leistung deutlich zu wenig gut gewesen, wird Georg Gülünay später sagen.

Ein Rückkehrer bringt Leben

Dominic Brandenberger wird eingewechselt. Nach langer verletzungsbedingter Absenz hat der Stürmer vor zwei Wochen beim einzigen Sieg (5:1 auswärts gegen St.Otmar) sein Comeback mit einem Tor gegeben. Auch an diesem Nachmittag belebt er das Urnäscher Spiel sehr. In der Viertelstunde nach der Pause verzeichnet der Gast mehr gefährliche Offensivszenen als gesamthaft zuvor. Davide Vicenzo Marzoa und Nico Rohner bewirken nun nach vorne einiges. Brandenbergers Direktschuss gerät noch zu hoch. Aber nach einem Antritt trifft er zum Ausgleich (54.) – wieder eine fast minutengenaue Parallele zum FCSG.

«Wir belohnen uns zu wenig»

Im Gegensatz zum Kybunpark fällt im Ebnet noch ein Treffer: Herisaus Remo Wanner wird zentral lanciert und trifft via Pfosten zum 2:1. Die sanften Urnäscher Reklamationen, er habe den Ball mit der Hand mitgenommen, verpuffen. Es bleibt noch eine halbe Stunde. Urnäsch kämpft, Urnäsch läuft, steht bei Herisaus Kontern ab und zu einem dritten Gegentor nahe und kann die Niederlage nicht abwenden. In der letzten Runde vor der Winterpause spielt der Tabellenvorletzte Urnäsch noch gegen Wittenbach. Vier Punkte aus acht Spielen sind weniger als erhofft. Mit Ausnahme eines 0:5 bei den Winkler Reserven sind die Partien alle knapp verlaufen. «Heute hätten wir aufgrund der zweiten Halbzeit wohl mehr verdient. Wir betreiben einen grossen Aufwand, belohnen uns zu wenig.» Die Aussage Georg Gülünays könnte von Peter Zeidler stammen.

Die Resultate der übrigen Appenzeller Teams

In der 1. Liga der Frauen wurde wegen der Schweizer Cups keine Runde ausgetragen; Appenzell und Bühler waren in den Sechzehntelfinals nicht mehr vertreten. Herisaus Männer erlitten in der 2. Liga auswärts gegen Altstätten eine 0:4-Niederlage. In der 3. Liga verlor Appenzell das Heimspiel gegen Abtwils Reserven 1:4 und Teufen bei Brühls zweiter Mannschaft 0:3. In der 4. Liga unterlag Heiden bei Widnaus zweitem Team 0:1, während Speichers Spiel gegen Altstätten 2 b erst am Montagabend stattfand. Die 5.-Liga-Partie zwischen Fortunas Reserven und der Gruppierung Teufen-Bühler 2 endete 1:1. (pf)