Puppenwelt wird mit Leben gefüllt

LICHTENSTEIG. Ab März wird die Puppensammlung von Elsa Walz in der Erlebniswelt Toggenburg in Lichtensteig zu sehen sein. Bis es soweit ist, arrangieren Elsa Walz' Tochter Cosette Gall und freiwillige Helferinnen und Helfer die kleinen Geschöpfe.

Sabine Schmid
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Uschi Kaltenrieder räumt die Puppenstube für die Ausstellung anhand eines Fotos originalgetreu ein.

Uschi Kaltenrieder räumt die Puppenstube für die Ausstellung anhand eines Fotos originalgetreu ein.

Noch wird gehämmert und geputzt in den beiden neuen Räumen der Erlebniswelt Toggenburg in Lichtensteig. Dennoch ist ersichtlich, welch ein Schatz in der neuen Ausstellung zu sehen sein wird. Ausgestellt werden Puppen und Puppenstuben aus drei Jahrhunderten, die von Elsa Walz gesammelt wurden. Nach ihrem Tod machen die Erben von Elsa Walz die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich.

Aus verschiedenen Epochen

Die Ausstellung ist aber weitaus mehr als eine Aufreihung der Puppen. Vielmehr zeigt sie, wie sich diese im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Bereits vor 30 000 Jahren wurden aus Mammut-Elfenbein menschliche Gesichter geschnitzt, weiss Cosette Gall. Später haben Kinder mit Puppen aus Stoff und Holz gespielt, dann wurden weitere Materialien für Puppen verwendet.

Anhand der umfangreichen Sammlung, die mehrere Hundert Puppen umfasst, lässt sich die Geschichte erleben. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Materialien verwendet. Viele Puppen haben Gesichter aus Wachs oder Porzellan. Die Besucher können zudem sehen, dass sich die Puppen je nach Herkunftsland unterscheiden. Eine Besonderheit sind die Puppen aus aller Welt. Dazu gehören welche aus Afrika, Russland oder Japan und sogar eine Puppe aus der Ostschweiz ist zu finden.

Szenerien für Modepuppen

Während die Vitrinen, in welchen die Geschichte der Puppenwelt erzählt wird, bereits gefüllt und teilweise beschriftet sind, laufen die Vorbereitungsarbeiten im anderen Raum auf Hochtouren. Freiwillige Helfer der Erlebniswelt Toggenburg installieren die letzten Kabel, damit die Puppen in den Vitrinen gut beleuchtet zur Geltung kommen. Hier und da werden die letzten Pinselstriche angebracht. Dazwischen sind einige der Frauen, die sich um die Puppenausstellung kümmern, mit Putzarbeiten beschäftigt. Noch in dieser Woche würden die Vitrinen mit Filz ausgelegt, erklärt Silvia Frick. Darauf werden dann die Puppen gestellt. Besonders freut sie sich auf einige Vitrinen, für welche Cosette Gall Kulissen zur Verfügung stellt. Dank der gemalten Bilder entstehen Szenen. So werden beispielsweise Modepuppen vor ein Abbild eines Schlosses gestellt, so dass der Eindruck entsteht, sie verweilten in einem Park. Einige Vitrinen werden mit einer originalen Biedermeier-Tapete dekoriert. Davor werden Musikanten-Puppen posiert.

Wie ein Puzzle

Weitere freiwillige Frauen kümmern sich gemeinsam mit Cosette Gall um die Einrichtung. Nelly Rechberger zieht einer Puppe die Kleider an, die sie zuvor gewaschen und gebügelt hat. «Zum Glück müssen wir uns heute nicht so anziehen», lacht sie, als sie der Puppe eine Schürze überzieht.

Uschi Kaltenrieder richtet derweil eine Puppenküche ein. Auf einer Fotografie haben Cosette Gall und Gisela Claude die Einrichtung als Vorlage dokumentiert. Wie Puzzleteile sucht Uschi Kaltenrieder die kleinen Gegenstände zusammen. Mit einem Pinsel wischt sie den Staub weg, dann finden die Pfannen ihren Platz. Die Küche ist detailliert eingerichtet, an der Wand hängen sogar Backformen für Mandelfische.

Die Frauen sind sich bewusst, dass bis zur Eröffnung der Ausstellung im März noch viel Arbeit auf sie wartet. Doch sie sind mit Freude dabei uns lassen sich stets aufs Neue von der Puppensammlung faszinieren.

Nelly Rechberger hat die Röcke gewaschen und kleidet die Puppe wieder an. Danach erhält diese ihren Platz in einem Hochsitz. (Bilder: Sabine Schmid)

Nelly Rechberger hat die Röcke gewaschen und kleidet die Puppe wieder an. Danach erhält diese ihren Platz in einem Hochsitz. (Bilder: Sabine Schmid)